Unsere zentralen Anliegen

Was wollen wir? Wie ist unsere Haltung? Wozu diese Webseite?

Wir sind seit ca. 20 Jahren in der pädagogisch- beraterischen Arbeit mit Jungen aktiv.

Seit Anbeginn haben wir mit dem Fokus auf körperliche Gewalt mit Jungen gearbeitet  und nennen unsere Arbeit “genderorientierte  Gewaltberatung /Gewaltpädagogik”. Gewalt spielt als Ober- Thema in der männlichen Sozialisation eine große Rolle. Jeder Junge setzt sich geradezu zwangsläufig mit diesem Thema  permanent auseinander.  Jeder junge Mann hat zum Beispiel Angst, von anderen jungen Männern angegriffen zu werden, wenn er ihnen zufällig begegnet. Besonders wenn ihm diese jungen Männer nicht bekannt sind und sie in Gruppen auftreten.

Jungen sind in Gefahr. In der Gefahr, verprügelt oder provoziert oder in eine Schlägerei verwickelt zu werden.

Doch nicht nur “draußen” spielt dieses Thema eine übergeordnete Rolle. Auch zu Hause ist der Junge in Gefahr. Viele – sogar sehr viele- Mütter oder Väter schlagen ihre Söhne. Jungen werden übrigens mehr und eher als Mädchen geschlagen.

Jungen tauchen als Täter in der Kriminalstatistik zu ca. 85% auf und als Opfer zu 60- 70%. Die Kriminalstatistik beschreibt jedoch nur das so genannte Hellfeld – also alle angezeigten und polizeilich verfolgten Taten. Die Dunkelziffer ist groß. Diese Dunkelziffer ist abhängig von der Anzeigebereitschaft des Betroffenen oder anderer, die eine Gewalttat beobachten oder bemerken.

Und genau hier beginnt ein typisches Jungen-Dilemma. Jungen werden beinahe ausschließlich  als “potentielle Täter” betrachtet, als von massivster Gewalt Betroffene jedoch ausgeblendet. Umgekehrt werden gewaltätige Mädchen als Täterinnen nicht wahrgenommen – mit der Folge, dass die Gewalt der Täterinnen eskalieren muss.

Die statistischen Hellfeld-Zahlen der Opferverteilung  in der Kriminalstatik werden zwar erhoben, doch niemand nimmt sie wirklich zur Kenntnis.

Dies liegt an einem gesellschaftlichen Mainstream, der Mädchen und Frauen die Rolle der “Opfer” oder der sonstwie “Benachteiligten” geradezu aufdrängt, Jungen und Männer aber in der “Rolle der Mächtigen und Täter” sieht und diese Rolle jedem Jungen und jedem Mann erst einmal zuschreibt. So entsteht das heutige Gefälle und die verzerrte Wahrnehmung,  dass Mädchen und Frauen die Eigenschaften “schützenswert” und “moralisch überlegen und gut” zugeschrieben werden, Jungen und Männer hingegen werden als “schlecht, nutzlos und unmoralisch-schlecht” gelabelt.

Gegen dieses gesellschaftliche Vorurteil richtet sich unsere Webseite. Jungen brauchen in vielen Lebensbereichen:

  • wie etwa beim erforschten Bildungsmisserfolg,
  • sowie in  aktuell fehlenden Jungen-Förder-Projekten und
  • in genauso fehlenden Jungen-Schutzeinrichtungen

gerade jetzt dringend Unterstützung.

Wenn wir als Erwachsene diese Unterstützung verweigern, so berauben wir Jungen einer positive Zukunftsperspektive. Der  momentane Zeitgeist  allgemeiner  Jungenverachtung muß überwunden werden, um nicht eine weitere Generation zukünftiger männlicher Leistungsträger zu verlieren.

Wir sprechen uns hier keineswegs gegen den Feminismus bzw. für die Benachteiligung von Mädchen oder Frauen aus.
Wir wollen aktive  Gleichberechtigung und Gleichverpflichtung beider Geschlechter. Eine Emanzipation oder ein “Gender-Mainstreaming”,  das aktuell  ideologisch ausschließlich auf die Beförderung von Frauen- und Mädchenanliegen ausgerichtet ist,  konterkariert nicht nur das eigentliche Ziel, sondern wird zum Absurdum.

Kommentare

  1. Rilke meint:

    Auch Frauen sind mit Stereotypen konfrontiert. Sowie hier der Mann in negativem Sinne, als Täter, der vermeintlich schon von vorneherein aggressiv sein soll, nicht der Wahrheit entspricht, ist jedoch auch Frau oftmals Opfer. In den meisten Fällen, sind Frauen Opfer von häuslicher Gewalt, Vergewaltigungen und sexuellem Missbrauch.

    Es geht doch darum, die Gender-Rollen, die sich seit Jahrtausenden zu einem monströsen, menschenverachtenden Bollwerk entwickelt haben, zu einem Ende zu führen und eine Gesellschaft zu schaffen, die jedem Menschen Möglichkeit auf freie Entfaltung, fernab von Klischees, biologisch-unsinnigem Rollenverhalten und Sexismus geben.

    In der Hoffnung auf emanzipierte Männer,

    Rilke (das Geschlecht dürfen Sie sich aussuchen)

    • Leon Woczelka meint:

      In den meisten Fällen, sind Frauen Opfer von häuslicher Gewalt, Vergewaltigungen und sexuellem Missbrauch.

      Falsch, eindeutig und einfach nur falsch. Bitte lesen Sie hier: http://taeterinnen.de/?s=h%C3%A4usliche+gewalt
      oder hier: http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article10884320/Neue-Studie-Maenner-haeufiger-Opfer-von-Gewalt-als-Frauen.html
      Die Menschenverachtung ist in Ihren Kommentaren genauso zu lesen, wie bei denen, die Sie kritisieren.

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