Wenn man sich hier hin verirrt, so glaubt man sich zuerst auf einer seriösen Seite wiederzufinden. Schließlich ist diese Seite von der BZGA geschaltet worden. Diese “Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung” wird – wie der Name schon sagt, vom Bund finanziert. Die Plakataktionen sind also ebenfalls aus Steuermitteln bezahlt worden. In einer solchen Bundszentrale werden viele Personen in leitenden und ausführenden Positionen sitzen, die den psychosozialen Berufsfeldern entstammen. In solchen Berufen arbeiten größtenteils Frauen – und das an sich ist nicht schlimm. Schlimm ist nur, wenn mit öffentlichen Geldern eine Bevölkerungsgruppe aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit als Hauptzielgruppe für Komasaufen stigmatisiert wird, die zudem abgeschlagen auf dem zweiten Platz rangiert. Im Komasaufen liegen schließlich seit 2007 die Mädels vorn.
Das scheint die Fachleute in der BZGA jedoch nicht zu stören. Lieber diskriminieren sie Jungen in jedweder Hinsicht und scheinen auch noch zu glauben, dass eine solche Kampagne abschreckt – also Süchtige oder Suchtgefährdete von ihrem bereits zwanghaften Tun abbringt.
Es gibt insgesamt drei Plakate, die allesamt hauptsächlich auf Jungen als Komasäufer abzielen, sie bloßstellen und zudem als hinterhältig brandmarken.
Entweder die Jungen besaufen sich bis zur Besinnungslosigkeit oder aber sie stellen Videos von trinkenden Mädchen heimlich und hinterhältig ins Netz – womit wieder einmal das althergebrachte Kalkül “aufgegleist” wird, mit dem eben Mädchen selbst als Komasäuferinnen nur Opfer von den “bösen, bösen Jungen” sind.
Diese Plakataktion ist in mehrfacher Hinsicht ein Armutszeugnis: Sie verachtet Jungen und junge Männer, sie setzt an der falschen Zielgruppe an und sie ignoriert die längst erwiesenen Ergebnisse von Wirkungsforschungen, die belegen, dass durch Niedermachen oder Verhöhnen niemand von einem selbstschädigenden Verhalten ablässt.
So viele Fehler in einer einzigen Kampagne lässt nunmehr eine böse Vermutung in mir aufkeimen. Vielleicht haben die Verantwortlichen (und – lichinnen) bei der Konzeptionierung selbst zu tief ins Glas geschaut…
Na denn Prost!
Hier sind die Machwerke zum Anschauen und ganz schnell wegwerfen: BZgA_Kampagnenplakat_Kenn_dein_Limit_Motiv_Club, BZgA_Kampagnenplakat_Kenn_dein_Limit_Motiv_WG, BZgA_Kampagnenplakat_Kenn_dein_Limit_Motiv_Outdoor
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