Studien: Gewaltgames machen klüger, Denkspiele nicht

Computerspiele haben bekanntlich ihre Pros und Contras. Gerade beim Vergleich von Denkspielen und Ego-Shootern könnten die Meinungen und Vorstellungen über ihre Wirkung nicht weiter auseinandergehen. Dass es sich dabei jedoch häufig um Vorurteile und bloße Vermutungen handelt, zeigen zwei voneinander unabhängige Studien. Nicht Denkspiele machen ihre Spieler klüger, sondern Gewaltspiele, so die gewonnene Erkenntnis.

Videogames, die das Gehirn trainieren sollten, verbessern die allgemeine Leistungsfähigkeit nicht. Zwar machen die User im Rahmen von Denkspielen Fortschritte, können diese aber nicht auf andere Bereiche übertragen. Anders verhält es sich mit Gewaltspielen, wie Wissenschaftler der Universität Leiden erörtern. “Unsere Ergebnisse stützen die Vorstellung, dass das Spielen von Ego-Shootern die kognitive Flexibilität fördert”, heißt es.

Schärfere Reflexe dank Ego-Shootern

Die Games erfordern von ihren Spielern schnelle Reaktionen und eine flexible Denkweise. “Videospiele trainieren die natürlichen Reflexe”, sagt Lorenza Colzato, Universitätsdozentin in Leiden und Autorin der Studie. Davon könnten die Spieler auch im “Modern Life” Gebrauch machen. Sie würden von positiven Effekten auf das Gehirn profitieren, die etwa Multitasking-Fähigkeiten fördern.

Studien: Gewaltgames machen klüger, Denkspiele nicht – Gewalt und Computer – derStandard.at › Web

Ich bin mal gespannt, wann sich diese Ergebnisse auch in den allgemeinen Meinungsäußerungen unserer Politiker niederschlagen…

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Forschung über Amok-Taten

Die Bedrohung früh erkennen - Südwest Presse Online_1259828875386Amokläufe an Schulen sind selten. In Deutschland gibt es etwa einen vollendeten Fall pro Jahr. Für Wissenschaftler heißt das: Statistisch verlässliche Aussagen über potenzielle Folgetäter sind schwierig zu treffen. Dennoch gibt es Möglichkeiten für eine Risikoeinschätzung, sagt Prof. Reinmar du Bois, Leiter der Klinik für Kinderpsychiatrie am Stuttgarter Olgahospital. „Alle bisherigen Amokläufer hatten schwerwiegende psychiatrische Probleme.“ …

Bei einem Schulamokläufer muss eine Menge zusammenkommen, betont du Bois, der auch Gutachter im Winnenden-Prozess ist. Da sei zum einen das Persönlichkeitsprofil des weitgehend sozial isolierten jungen Menschen, der sein Heil in ausgiebigen Gewaltspielen am Computer sucht und dort starke Suchttendenzen entwickelt. Das allein reiche jedoch nicht aus – sonst gäbe es tausende Amokläufer. Zwingend hinzu kommen psychiatrische Aufälligkeiten, etwa Depressionen. Viele potenzielle Amokläufer beschäftigten sich intensiv mit dem Thema „Tod“, auch mit ihrem eigenen. Der zweite Amokläufer-Prototyp ist der autistisch wirkende und oft auch nach außen hin skurril auftretende Jugendliche, der nicht zwischen Phantasie und Realität unterscheiden kann. Vergleichsweise selten ist der Psychopath: unempathisch, gefühlskalt und mit einer Freude an Gewalt.

…Für Fegert ist der freie Zugang zu Schusswaffen ein zentrales Problem, „auch wenn das banal klingt“. Außer dem Psychopathen, der sich die Waffe notfalls mit Gewalt besorge, scheiterten die übrigen Amoklaufkandidaten in der Regel an der Beschaffung, sagt Fegert. Ausnahme: Waffen sind im häuslichen Bereich frei verfügbar.

Kurz zusammengefasst bedeuten diese Ergebnisse eine eindeutige Kampfansage in Richtung all derer, die noch immer von Killerspiel-Jungen-sind-frauenfeindlich-und-per-se-gewalttätig-Fantasien geplagt werden.