Anti-Suizid-Kampagne für die Zielgruppe mit der kleinsten Suizidrate

Die Charite in Berlin ist eine renommierte Klinik, bekannt weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Nun hat eben diese Klinik eine Kampagne aufgelegt, die sicher dem Grunde nach sinnvoll und gut ist.

Die Berliner Charité hat am Dienstag eine Informationskampagne für selbstmordgefährdete türkische Frauen und Mädchen gestartet.

An vielen Stellen werden deshalb Plakate mit der Aufschrift “Beende Dein Schweigen, nicht Dein Leben” angebracht, teilte die Klinik zum Start der sechsmonatigen Aktion mit. Zudem sei vorerst bis März kommenden Jahres eine Hotline mit der Rufnummer 01805-227707 geschaltet, die täglich zwischen 8 und 16 Uhr besetzt sei.

Oberärztin Meryam Schuler-Ocak sagte dem rbb-Inforadio, die Rate der Mädchen und jungen Frauen, die sich mit Suizidgedanken trügen oder sich umbrächten, sei bedeutend höher als die bei gleichaltrigen Frauen aus deutschen Familien.

Soweit, so sinnvoll. Doch diese Aussage verschweigt, dass Mädchen allgemein viel seltener Selbstmord machen als Jungen. Zwei Drittel der versuchten Suizide betreffen zwar Mädchen, zwei Drittel der Toten sind aber Jungen.

Somit wird deutlich, für welches Geschlecht die Charite wirklich ein Herz hat. Leider war nicht auf die Schnelle herauszubekommen, wer diese Kampagne finanziert. Ich vermute jedoch, dass sicher auch hier das Bundesfraueministerium mit finanziert hat. Ein Ministerium, dass zwar Jungen fördern wollte, doch den selbstgewählten diesjährigen Schwerpunkt leider bisher komplett verfehlt hat.

Insofern wäre es doch mal eine wirklich gute Idee, mit viel Geld einmal die wirkliche Suizid-Zielgruppe in großen Kampagnen anzusprechen, die Jungen nämlich. Ich bin sicher, dass auch bei den männlichen Türken die Selbstmordrate wesentlich höher liegt, als bei den türkischen Mädchen.

Doch dazu ist wohl in Zeiten größtmöglicher Jungenbenachteiligung noch kein direkter Handlungsbedarf gesehen worden. Seltsam, nicht?

Die Diskussion im Forum verfolgen?

Zum Kotzen! Wie die BZGA über Alkohol “aufklärt”.

Wenn man sich hier hin verirrt, so glaubt man sich zuerst auf einer seriösen Seite wiederzufinden. Schließlich ist diese Seite von der BZGA geschaltet worden. Diese “Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung” wird – wie der Name schon sagt, vom Bund finanziert. Die Plakataktionen sind also ebenfalls aus Steuermitteln bezahlt worden. In einer solchen Bundszentrale werden viele Personen in leitenden und ausführenden Positionen sitzen, die den psychosozialen Berufsfeldern entstammen. In solchen Berufen arbeiten größtenteils Frauen – und das an sich ist nicht schlimm. Schlimm ist nur, wenn mit öffentlichen Geldern eine Bevölkerungsgruppe aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit als Hauptzielgruppe für Komasaufen stigmatisiert wird, die zudem abgeschlagen auf dem zweiten Platz rangiert. Im Komasaufen liegen schließlich seit 2007 die Mädels vorn.

Das scheint die Fachleute in der BZGA jedoch nicht zu stören. Lieber diskriminieren sie Jungen in jedweder Hinsicht und scheinen auch noch zu glauben, dass eine solche Kampagne abschreckt – also Süchtige oder Suchtgefährdete von ihrem bereits zwanghaften Tun abbringt.

Es gibt insgesamt drei Plakate, die allesamt hauptsächlich auf Jungen als Komasäufer abzielen, sie bloßstellen und zudem als hinterhältig brandmarken.

Entweder die Jungen besaufen sich bis zur Besinnungslosigkeit oder aber sie stellen Videos von trinkenden Mädchen heimlich und hinterhältig ins Netz – womit wieder einmal das althergebrachte Kalkül “aufgegleist” wird, mit dem  eben Mädchen selbst als Komasäuferinnen nur Opfer von den “bösen, bösen Jungen” sind.

Diese Plakataktion ist in mehrfacher Hinsicht ein Armutszeugnis: Sie verachtet Jungen und junge Männer, sie setzt an der falschen Zielgruppe an und sie ignoriert die längst erwiesenen Ergebnisse von Wirkungsforschungen, die belegen, dass durch Niedermachen oder Verhöhnen niemand von einem selbstschädigenden Verhalten ablässt.

So viele Fehler in einer einzigen Kampagne lässt nunmehr eine böse Vermutung in mir aufkeimen. Vielleicht haben die Verantwortlichen (und – lichinnen) bei der Konzeptionierung selbst zu tief ins  Glas geschaut…

Na denn Prost!

Hier sind die Machwerke zum Anschauen und ganz schnell wegwerfen: BZgA_Kampagnenplakat_Kenn_dein_Limit_Motiv_Club, BZgA_Kampagnenplakat_Kenn_dein_Limit_Motiv_WG, BZgA_Kampagnenplakat_Kenn_dein_Limit_Motiv_Outdoor

Die Diskussion im Forum verfolgen?

Häusliche Gewalt – was die deutschen Ministerien verschweigen

In England ist es wohl etwas länger bekannt. Nicht alles läuft gut dort, doch in einem sind uns die Engländer vorraus. Hier wird nicht mehr verschwiegen, dass häusliche Gewalt eben auch in gr0ßen Teilen Männer trifft. Einige Zahlen und Fakten aus einer nationalen Kampagne sind,

  • dass die Polizei alle drei Minuten einen Notruf von einem Mann wegen häuslicher Gewalt erhält,
  • dass pro Jahr vier Millionen Männer zu Opfern werden,
  • alle drei Wochen ein Mann infolge häuslicher Gewalt stirbt und
  • schwere Gewalt zwischen den beiden Geschlechtern gleich verteilt sei.

Zitat:

Male Domestic Violence statistics:

  • The police receive a 999 call every three minutes from a male victim
  • 1 in 6 men will experience Domestic Violence in their life
  • Every third victim of Domestic Violence is a man
  • Domestic Violence equates to approx 25% of all reported violent crimes
  • 9% of all reported violent crimes are Domestic Violence cases involving male victims
  • Approximately 4 million men are affected every year by domestic violence
  • Practically the same percentage of men as women are victims of severe  (hier gefunden)

Wir sind gespannt, in wieviel Jahrzehnten sich diese Fakten auch in Deutschland herumsprechen. Immerhin ist England weit weg, und dazwischen liegt viel Wasser und da braucht es schon länger, bis dass Nachrichten herüber kommen…;-)

In Deutschland werden lieber völlig verfehlte Programme mit großem TamTam gefeiert, die eben diese Wahrheiten verleugnen.

Gefunden habe ich die Tatsachen bei Arne Hoffmann.

Die Diskussion im Forum verfolgen?

Laut Uwe Ochsenknecht sollen Jungen in der Schule “Gefühle lernen”

Was sonst noch warSchauspieler und Musical-Star Uwe Ochsenknecht plädiert für ein Schulfach “Emotionen”. Besonders Jungen müssten lernen, Gefühle zu zeigen und mit ihnen umzugehen, sagte der 54-Jährige. In seiner Kindheit seien Gefühle nicht angesagt gewesen, erklärte Ochsenknecht: “Mein Vater war sehr verschlossen und konnte Emotionen nicht wirklich zeigen.” Der vierfache Vater gestand aber, viel emotionaler zu sein, “als mein Vater das sein konnte. Mit meinen Kindern bin ich immer so umgegangen wie heute: Wir umarmen uns, und wir knutschen uns”.

hier gefunden…

Eigentlich keine schlechte Idee, ein Schulfach “Emotionen” einzuführen. Doch Ochsenknecht erzählt “feminismustreuen” Unsinn.
Jungen und Männer haben Gefühle und äussern sie. Wenn auch nicht so, wie es irgendwelche LehrerInnen oder  TherapeutInnen es verstehen wollen. Denn alles – also wirklich jedes Angebot  im normalen psychosozialen Bereich -  ist auf Frauen und Mädchen zugeschnitten- und nicht mehr und nicht weniger haben alle Therapeutinnen und Therpeuten gelernt. Selbst Freud hat fast nur mit Frauen gearbeitet.

Wenn nun Jungen ihre Gefühle äußern, die so eben nicht ins gelernte Schema passen, so sollen sie angeblich umlernen, ihre Gefühle also endlich anders äußern. Das ist einfach nur Quatsch!  Kein Wunder also, dass kaum Männer oder Jungen freiwillig zum “Psychoklempner” gehen. Der Psycho-Sektor könnte also hinzulernen…

Doch im Psycho-Sektor gehts ungefähr so zu, wie in folgendem Vergleich:

Nehmen wir an, ein Unternehmen produziert ein Produkt, das für eine Hälfte aller Kunden völlig unbrauchbar ist. Dieses Unternehmen würde normalerweise sehr schnell vom Markt verschwinden oder aber sich auf alle Kunden spezialisieren. Nicht aber der Psychosektor. Hier verlangen die Angstellten aus dem Unternehmen (das natürlich staatlich bezahlt wird) von den männlichen Kunden, sich mit dem unbrauchbaren Produkt, das sie anbieten,  nicht nur zufrieden zu geben, sondern nun endlich zu lernen, damit auch klarzukommen. Und wenn sie es dann nicht wollen, oder es nicht “schaffen”, dann ist nicht etwa das “Produkt” verkehrt, sondern natürlich der Kunde – also in dem Fall Männer und Jungen.

Eine solche Einstellung der meisten Profis im psychosozialen Bereich ist nicht nur verkehrt- sondern geradezu verrückt. Sie grenzt an Größenwahn.

Ich plädiere wirklich für ein Schulfach Emotionen, in denen Jungen und Mädchen, Lehrerinnen und Lehrer lernen, dass Gefühle nun mal UNTERSCHIEDLICH von männlichen und weiblichen Menschen ausgedrückt werden. Zudem sollte vor allem den Frauen das Recht abgesprochen werden, die Definitionsmacht darüber zu haben, wie Gefühle “richtig” ausgelebt oder ausgedrückt werden.

Und dann wäre da noch folgender Auftrag: Die Mädchen und Frauen könnten erstmal lernen, damit klar zu kommen, dass Jungen und Männer z.B. eben auch leiden. Solche Äußerungen von männlichen Gefühlen führen nämlich in der Regel dazu, dass die Betreffenden von den Mädchen verhöhnt oder belächelt werden. Eigentlich klar, weil natürlich sonst die Mädels ihre “Beschützer” verlieren würden und ihr alleiniges Recht auf den “Opferstatus”.

Festzuhalten bleibt, es ist noch viel zu tun! Jungenarbeit muss gemacht werden, die männliche Gefühlsäußerungen so lässt, wie sie sind. Doch nicht nach der Methode “Ochsenknecht”… (Der Name ist hier wohl echt Programm).

Wenn die Theorie auf die Wirklichkeit trifft… Jungs sind anders – Mädchen auch!

Hier gefunden:

Foto: Hamburger Abendblatt

Bild: Hamburger Abendblatt

“Es gibt nicht den typischen Jungen und nicht das typische Mädchen”, sagt Martin Karolczak, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Uni Hamburg. “Die Unterschiede innerhalb einer Mädchen- oder Jungengruppe sind viel größer als die Unterschiede zwischen den Geschlechtern.” Heute Abend spricht der 42-Jährige im Schulzentrum am Heimgarten in Ahrensburg zum Thema “Jungs sind anders – Mädchen auch”.

“Häufig wird nur auf die negativen Seiten bei den Jungen geschaut. Über ihre Potenziale wird viel zu wenig gesprochen”, sagt Karolczak. Es herrsche immer noch eine rigide Vorstellung davon, wie Jungs sein sollten. “Schnellster, Bester, Erster. Aber das Rollenbild sollte erweitert werden.” Wichtig sei, den Jungs Mut zu machen, auch ihre sozialen Kompetenzen zu entwickeln – etwa Gefühle zu zeigen.
Während Martin Karolczak heute Abend die Sichtweise der Jungen vertritt, widmet sich Ute Sauerwein-Weber, Jugendbildungsreferentin der Stadt Bargteheide, der Perspektive der Mädchen. “Das Hauptproblem ist, dass Mädchen oft nicht den Lebensentwurf leben können, mit dem sie zufrieden sind. Der gleichberechtigt ist.” Zwar sei bewiesen, dass Mädchen bessere Schulabschlüsse als Jungen machten, aber im Berufsleben fände das keinen Niederschlag. “Frauen liegen mit ihrem Einkommen immer noch 20 Prozent unter dem der Männer”, sagt die Mutter von vier Töchtern. “Mir ist es wichtig, Mädchen Mut zu machen, ihren Weg zu gehen – unabhängig von allen klischeehaften Bildern.”

Ich finde es sehr bemerkenswert, wie sich doch die Vorurteile halten und in Berichten immer wieder verschärft werden.

Unsere Antwort: Erstens können Jungs Gefühle zeigen und sie tun es permanent: Nuir nicht so und nicht solche, wie sie in der feminisierten Pädagogik gern gesehen oder wahrgenommen werden. Also: Schluss mit diesen quatschigen “Fast-schon-Verleumdungen”.

Zweitens muss Mädchen nicht gepredigt werden, was das Frauenministerium bereits von zwei Jahren zurücknehmen musste: Die Aussage: Frauen würden 20% weniger verdienen ist genauso falsch und völlig haltlos, so oft  sie auch wiederholt wird.  (wer mehr Informationen dazu braucht, sollte sich bei Manndat einmal umschauen)

“Mädchen reagieren außerdem schnell über und können nicht über das lachen, was wir lustig finden.” sagen Jungs.
Das könne manchmal auch daran liegen, dass Jungs selbst in ernsten Situationen Witze machen würden, meint Tabea Theißen (14). “Aber generell gibt es nicht viele Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Ich spiele zum Beispiel auch Fußball und bin HSV-Fan.” Zum Glück ließe es auch langsam nach, dass die Jungs so kindisch seien. “Gut finde ich an Jungs, dass sie sich beim Streiten einmal richtig zoffen, und dann ist es wieder gut. Mädchen zicken sich wochenlang an. Das ist viel anstrengender.”

Trotz der anfänglichen Versprechung, Jungen nicht negativ wahrzunehmen oder darzustellen, ist dieser Artikel eine Anhäufung von derartigen negativen Darstellungen.

Welche Zwecke verfolgt das Projekt “Neue Wege für Jungs”?

JumpDas Projekt “Neue Wege für Jungs” ist bereits seit einigen Jahren etabliert. Dieses Projekt wird immer dann in der politischen Diskussion positiv angeführt, wenn es um die Jungenförderung geht. Mithilfe dieses Projektes sollen Jungs in ihren sogenannten “sozialen und emotionalen Fähigkeiten” gestärkt und auf Berufe vorbereitet werden, die eher jungenuntypisch sind. Anmerkung: Ich habe nichts dagegen, die Berufsauswahlmöglichkeiten der Jungen zu vergrößern, doch halte ich eine auf Defizit-Diagnostik aufgebaute Zielsetzung der sozialen und emotionalen Andersartigkeit von Jungen für mehr als fragwürdig.

Mir ist aktuell KEIN Mädchen- Projekt bekannt, das im Gegenzug Mädchen auffordert, ihre eigene Rolle einmal kritisch zu hinterfragen und die eigenen “soft Skills” auf die Probe zu stellen. Mir ist auch kein Projekt bekannt, das Mädchen auf die Rolle der zukünftigen Ernährerin einer ganzen Familie vorbereitet und den Druck verdeutlicht, der genau  hinter dieser Verantwortlichkeit steckt, wenn die Frau das Geld nach Hause zu bringen hat, während der neue Mann vielleicht die Familienaufgaben übernimmt. Offensichtlich geht die Politik – oder deren aktuell Verantwortliche – wohl davon aus, dass der Druck  am Arbeitsmarkt gerade  in gut bezahlten Jobs zukünftig nachlässt, wenn sie von Frauen gemacht werden…

Die hinter dem  Projekt “Neue Wege für Jungs”  stehenden politischen Ziele hat jetzt die geschlechterpolitische Initiative Manndat aufgedeckt, wie ihrem letzten Rundbrief zu entnehmen ist.

In diesem Rundbrief wird nicht nur mit dem gern und häufig verbreiteten Mythos, Frauen und weibliche Lehrlinge würden bei gleicher Arbeit schlechter als Männer und männliche Kollegen bezahlt, gehörig aufgeräumt. Bezüglich der politischen Zielsetzung der “Neuen Wege für Jungs” schreibt Manndat:

Für den tendenziösen und interessensgeleiteten Charakter der Frauenministeriumsstudie sprechen auch die folgenden Beispiele:

 Das Frauenministerium führt aus, Männer bevorzugten natur- und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge, Frauen ziehe es hingegen zu den Sprach- und Kulturwissenschaften. Dadurch (!) blieben Frauen wichtige Berufschancen vorenthalten.

 Frauen seien in Entscheidungspositionen in Unternehmen unterrepräsentiert. Sie könnten eine gläserne Decke nicht durchdringen. Eine mögliche Ursache sei die sogenannte statistische Diskriminierung. – Die Diskriminierung, welche eben nicht belegt werden kann, wird mit demabsurden Zusatz „statistisch“ wieder in den Sprachgebrauch eingeschmuggelt, was zu einer bizarren Wortneuschöpfung führt. Statistik diskriminiert nicht, Statistik misst.

 Bei Gehaltsverhandlungen zeigten Frauen mit Familie nicht die gleiche „Härte“ wie ihr eigener Partner (von dem sie solches aber seinerseits erwarten). – Wie Mann das wohl verstehen darf? Kämpfen Frauen am Ende gar nicht so gern, sondern lassen lieber ihn für sich kämpfen?  Ein besonderes Kuriosum stellt eine im Dossier enthaltene Abbildung zum Teufelskreis der sta-tistischen Diskriminierung auf Seite 32 dar, welche den Wirkungszusammenhang veranschaulicht. Offenbar ist den Autorinnen der Studie dieser selbst nicht zur Gänze klar oder schlüssig, denn der Teufelskreis ist zur Hälfte leer.

Der avisierte Maßnahmenkatalog

In letzter Konsequenz zielt das Dossier darauf ab, Legitimation zu schaffen für frauenfördernde Maßnahmen. Das Dossier nennt:

 Ausbau der Kinderbetreuung Die Rahmenbedingungen zur „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ sollten verbessert werden.

 Spektrum der Berufswahl soll erweitert werden

Mit Projekten wie „Girl’s Day“ und „Komm, mach MINT“ sollen Mädchen und junge Frauen entgegen ihrer mehrheitlichen Neigung in Berufsbereiche gelockt werden, die als zukunftsträchtig eingeschätzt werden. Im selben Absatz erwähnt das Bundesfrauenministerium das Projekt „Neue Wege für Jungs“.

Es habe die Berufswahl und Lebensplanung von Jungen und Männern in den Blick genommen. Damit wird offenkundig: „Neue Wege für Jungs“ hat den Zweck, diese aus den als zukunftsträchtig eingeschätzten Bereichen zu verdrängen. Es handelt sich um eine offene Kampagne eines Bundesministeriums zur Behinderung der Zukunftschancen von 50 % der eigenen Bevölkerung.

Wir sehen also: Die “Produkte” der “Neuen Wege für Jungs” sind kritisch zu hinterfragen. Der allgemeine politische Mainstream der Frauen und der Ministerien, die dieses Projekt ins Leben gerufen haben und das Projekt bezahlen, produziert offenbar eher jene tendentiöse Atmosphäre, unter der in Wahrheit eine weitere Jungenbenachteiligung erwachsen muss, als dass sie Jungen in ihrer Andersartigkeit wirklich sehen und fördern könnte.

Wie findet Ihr "Neue Wege für Jungs"

  • Schlecht, ich bin nicht einverstanden mit der Ausrichtung (63%, 15 Stimmen)
  • Neue Wege sollten anders aussehen. Mehr Bildung! (25%, 6 Stimmen)
  • Gut, die tun was für Jungs (8%, 2 Stimmen)
  • Mittelmäßig (4%, 1 Stimmen)

Alle Stimmen: 24

Loading ... Loading ...

Wie selbstverständlich: 3523 junge Männer halten allein in Norddeutschland ihren Kopf für andere hin…

Natürlich hält nicht gleich jeder Rekrut seinen Kopf hin – das ist zugegeben übertrieben. Dennoch bedeutet der Wehrdienst mehr als der folgende, geradezu selbstverständliche Artikel vermuten lässt. Wehr- und Ersatzdienste sind nunmal nur für Männer verpflichtend – Frauen dürfen sich aussuchen, ob sie vielleicht sich beim Bund verpflichten. Einen Zwangsdienst müssen sie nicht machen.

Für 3523 junge Männer im Norden beginnt der Wehrdienst

Für 3523 junge Männer aus Norddeutschland hat am Donnerstag der Grundwehrdienst begonnen. Das teilte die Wehrbereichsverwaltung I, die für die Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zuständig ist, in Hannover mit. Den Angaben zufolge leisten 503 der Einberufenen nach ihrem Grundwehrdienst noch zusätzlich einen freiwilligen Wehrdienst zwischen einem und 14 Monaten. Die längere Dienstzeit ist eine Voraussetzung für die Teilnahme an Auslandseinsätzen.

Man stelle sich den Fall vor, dass eine Arbeitsgruppe von 25 Männern Leitlinien für die Arbeit mit jungen Frauen und Mädchen entwerfen….

Das ginge nicht! Ein Skandal wäre es!!! Doch umgekehrt geht es schon. Wie wir hier in diesem Artikel aus Berlin lesen können, machen Frauen Leitlinien für Jungenarbeit- und zwar so lange, bis dass diese den Frauen in den Kram passen…
Nebenbei, nicht nur dieser  Artikel ist auf dem zitierten Blog lesenswert!
Geschlechtsspezifische Arbeit mit zweierlei Maß-? – Apophis09 Blog

Im Zuge der Recherche darüber, inwieweit die Kategorien Geschlecht oder Gender in den Webseiten der bezirklichen Jugendämter in Berlin Einzug erhalten haben, fielen insbesondere die Leitlinien des Jugendamtes Charlottenburg-Wilmersdorf auf. Beim schwerpunktmäßigen beachten, ob neben den mittlerweile selbstverständlichen Angeboten für Mädchen und junge Frauen auch Angebote für Jungen und junge Männer vorhanden sind. Nicht nur aufgrund Ihrer bloßen Existenz fielen die Leitlinien auf – weitere über geschlechtsspezifische Arbeit waren lediglich in der Internetpräsenz des Jugendamtes Marzahn-Hellersdorf zu finden, die aber mittlerweile entfernt worden sind. Immerhin genannt wird die Kategorie »Mädchen- und Jungenarbeit« im Portal der Jugendförderung auf den Seiten des Jugendamtes Pankow ( www.berlin.de/ba-pankow/Verwaltung/Jugschulsport/fbeinsmas.html ), wobei in der Liste der Mitarbeiter/innen eine Sachbearbeiterin für Mädchenarbeit, allerdings kein Sachbearbeiter für Jungenarbeit zu finden ist.

Dass dennoch mittlerweile in einigen Berliner Jugendämtern in den Kategorien Geschlecht und Gender gedacht wird, festgehalten in vom bezirklichen Jugendhilfeausschuss verabschiedeten Leitlinien, und dass jugendspezifische Angebote danach ausgerichtet werden, ist zweifelsohne ein Erfolg und erfüllt ein wichtiges und modernes Qualitätsmerkmal Sozialer Arbeit. Ein Erfolg ist auch, dass augenscheinlich insgesamt von dem Denkmuster »Geschlecht = Frauen/Mädchen« Abstand genommen wird und auch die Jungen in diese Kategorie aufgenommen werden und auch Ihnen die Geschlechtszugehörigkeit zugestanden wird.

Die Entwicklung der Leitlinien:
Allerdings fällt dem Leser bereits auf der Titelseite des Papiers auf, dass die Leitlinien von der Arbeitsgemeinschaft nach § 78 KJHG »Mädchen und junge Frauen« im Auftrag des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin (Abteilung Jugend, Familie, Schule und Sport) erarbeitet worden sind. Hieran beteiligten sich 25 Personen, von denen genau 25 Personen weiblich waren. Man stelle sich den Fall vor, dass eine Arbeitsgruppe von 25 Männern Leitlinien für junge Frauen und Mädchen entwerfen. Zugegeben: Von den wenigen in der professionellen Kinder- und Jugenderziehung beschäftigten männlichen Fachkräften sind leider nicht 100 % an qualifizierter geschlechtsspezifischer Arbeit mit Jungen interessiert. Hieran ist das Interesse der weiblichen Fachkräfte leider erheblich höher, oder anders ausgedrückt: Die Offenheit der Männer ist leider viel zu gering. Im Vorwort des Arbeitspapiers heißt es: »Die Leitlinien in ihrer zeitgemäßen Entwicklung nach geschlechtsdifferenzierter Arbeit mit Mädchen und Jungen erfüllen den gesetzlichen Auftrag im Sinne des KJHG.« Die Entwicklung der Kategorie »geschlechtsdifferenzierte Arbeit« ist zweifelsohne zeitgemäß, nur ist es die Entwicklung dieser Leitlinien auch-?

FOCUS-Schule: Aktionsrat Bildung sieht die Ungleichbehandlung von Jungen an der Grenze des moralisch Hinnehmbaren.

Titelthema: So lernen Mädchen und Jungen – Bildung – FOCUS Online

Der kleine Unterschied ist ziemlich groß – jedenfalls in der Bildung. Moderne Schulen und clevere Eltern berücksichtigen das. Sie gleichen Defizite aus, damit alle Kinder ihr Potenzial ausschöpfen können.

Mit Estefanio, Antonio und den anderen Jungen der Klasse ist sie dann im Theaterraum verschwunden, um die Dialogszene aus dem Roman über Jugendbanden nachzuspielen. Später werden die Mädchen mit ihren Sätzen nacheinander in die Szene eingewechselt. „Was war jetzt anders?“, will die Pädagogin wissen. „Schaut euch auch Gestik und Mimik an!“ Die etwas ratlosen Siebtklässler, die damit ringen, die erspürten Unterschiede in Worte zu fassen, erlöst schließlich der Schritt ins wahre Leben. „Was ist denn typisch an Jungen und Mädchen?“, fragt Sabine Bartsch am Ende der Stunde, und da kommt die Antwort schnell und vielstimmig: „Jungen sind aggressiv, Mädchen zickig!“

Mangelnde Chancengleichheit in Schulen

Für Kinder und Eltern ist dieser Unterschied kein Problem, sondern macht das Leben eher spannend. Er wird aber zum Sorgenfaktor, sobald er das eine oder andere Geschlecht benachteiligt. Von Gleichmacherei redet heute niemand mehr, aber Chancengleichheit wollen wir für unsere Kinder. Lisa soll Fußball spielen können oder Ballett tanzen, Leon Erzieher werden oder Astronaut.

Mit Chancengleichheit ist es aber nicht weit her in Deutschland, gerade in den Schulen. Jungen haben Defizite im Lesen und zeigen insgesamt schlechtere Leistungen, Mädchen in Mathematik und beim Selbstbewusstsein. Daran ist nicht (nur) die Schule schuld, aber sie gleicht diese Unterschiede nicht aus, sie verstärkt sie sogar noch. „Die Differenz ist ausschließlich durch soziales, politisches und administratives Handeln beziehungsweise Unterlassen erzeugt. Diese Ungleichheit stößt deutlich an die Grenze des rechtlich, aber auch moralisch Hinnehmbaren“, klagt der Aktionsrat Bildung in seinem Jahresgutachten 2009 an.

Ich frage mich, wie lange diese Grenze noch ausgereizt wird, bevor die Schulen, Jungendämter, Initiativen und pädagogischen Institutionen allgemein aufwachen.

Immerhin ist aber eines der Leit-Print-Medien aufgewacht, und weist auf die Mißstände hin.

Praedikat-Jungenfreundlich