Ich dachte, mich trifft der Schlag, als ich die Überschrift las.
Herr Lehner war mir bisher überhaupt kein Begriff. Jedoch jetzt traut er sich, in Österreich über die väterliche Rolle in Familien zu veröffentlichen. Hier ein Auszug seiner “Argumente”:
dieStandard.at: Kürzlich wurde berichtet, dass Männer von Mobbing betroffen sein können, wenn sie in Karenz gehen (derStandard.at berichtete: Väterkarenz: Kinderliebe kann Karriere kosten). Ist die Karenz-Scheu der Männer also berechtigt?
Lehner: Natürlich gibt es das, aber das sind Extreme. Grundsätzlich sagen alle Umfragen, dass es eine hohe Bereitschaft unter Männern gibt, mehr bei ihren Kindern zu sein. Allerdings gilt auch, wenn es Widerstand zur Väterkarenz gibt, dann eher von Seiten männlicher Kollegen, jedoch ist dieser Widerstand nicht immer extrem. Ein Großteil der Karenzväter berichtet dennoch, dass sie auch unter männlichen Kollegen Anerkennung für ihre Entscheidung bekommen haben. Es zeigt aber, dass die Bereitschaft zu größerem familiären Engagement der Männer von der Politik aufgenommen und unterstützt werden muss. Insofern freue ich mich, dass wir mit Heinisch-Hosek eine Frauenministerin haben, die verstärkt anspricht: Zur Gleichstellung der Frauen gehört eine Veränderung der Männerrolle. Ich würde mir überhaupt auf lange Sicht wünschen, dass das Frauenministerium in ein Gleichstellungsministerium mit Frauen- und Männeragenden umgewandelt wird. In Österreich fehlt eine entwickelte Männerpolitik. Sie sollte von Männern getragen sein, sollte aber einer Frau, der Gleichstellungsministerin, unterstellt sein. Historisch gesehen ist überall da, wo sich Männer organisieren, die strukturelle Macht zu groß und die Gefahr eines Backlash gegeben.
Den Rest des Artikels will ich nicht einmal mehr auszugsweise veröffentlichen, da dieser Mann nichts besseres zu tun hat, als sogar mit dem argumentativen Totschlagswerkzeug, “dem braunen Pinsel“, alle möglichen Väterrechtler anzumalen.
Mein therapeutisches Fazit: Hier schwingt sich jemand offenbar zu einem, dem Größenwahn aufs Haupt spuckenden Gutmenschen auf, der (hochneurotisch) gleich alle Geschlechtsgenossen dämonisieren muss, um als “besserer Mann” dazustehen. Vielleicht, weil er selbst noch nie erlebt hat, dass viele Männer einfach einander in der Not unterstützen, ohne sich gleich reflexartig gegen alle Frauen zu verbünden. So einfach, wie im Kopf von jenem Herrn Lehner, ist die Realität anderer Männer nun einmal nicht. Nur: Mit jener Reflexartigkeit, die er anderen unterstellt, projiziert er seine Ideen offensichtlich auf sie…
Deratige Dämonisierungs- Zwangstendenzen können wir ja auch bei Männern Leuten wie Gesterkamp erleben.
Ich bin prinzipiell nicht in Versuchung, mich mit derartig pathologischen Projektionen gleich zu identifizieren. Doch wäre ich einer der “Angeklagten, Dämonisierten”, so müsste ich es allein deshalb tun, weil solche Verleumdungen schlicht rufschädigend und damit sogleich gefährlich sind. Wenn man mit Dreck beworfen wird, bleibt ja auch etwas hängen…
Ich würde in einem solchen Fall jedes rechtsstaatliche Mittel nutzen, um solchen Männern Leuten wie Lehner massiv Grenzen zu setzen, um deren “Täterstrukturen” zumindest etwas Einhalt zu gebieten. Ich würde sie demnach auf juristischem Wege nötigen, den Unsinn, den sie über mich dann verbreitet hätten, stichhaltig eins zu eins nachweisen zu müssen.
Die Kommentare unter seinem, in der Quintessenz selbstbeweihräuchernden Erguss sprechen übrigens für sich und sind lesenswert.






