Buben als Opfer von Vergewaltigungen

bka

Die Folge ist eine dramatische Dunkelziffer des Bundeskriminalamtes (BKA), nach der jeder fünfte bis zehnte Junge in Deutschland betroffen sein könnte.

„Jungen kommen selten von sich aus in die Beratung“, weiß Sozialpädagoge Stefan Port aus Erfahrung. Der kibs-Mitarbeiter lehnt jedoch den Vergleich ab, ob es Mädchen oder Jungen in solch einer Situation schlechter geht. Wie seine Kollegin Ulrike Tümmler-Wanger möchte er bei den Teilnehmern mit eingefahrenen Denkmustern aufräumen. Dazu diente im Landratsamt eine „Sensibilisierungsübung“, die überraschende Erkenntnisse zu Tage förderte.

Aufgabe war es, in Gruppenarbeit verschiedene Alltagsbeispiele einer Skala von Eins bis Zehn zuzuordnen, wobei Zehn für die schwerste Form sexueller Gewalt steht. Waren sich die Teilnehmer bei eindeutigen Übergriffen noch relativ einig, stufte die eine Gruppe beispielsweise den „Klaps auf den Po“ eines Mädchens deutlich höher und damit schlimmer ein, als die andere Gruppe bei Jungs. Doch kann sich ein Junge dadurch nicht genauso sexuell angegriffen und beleidigt fühlen, wie ein Mädchen? Zustimmung machte sich breit. Was aber, wenn ein Sechsjähriger beim Schulausflug Angst vor dem Gewitter hat und die Lehrerin ihn deshalb zum Übernachten in ihr Zimmer holt. Was harmlos klingt und oft auch ist, lässt sich nach den Erfahrungen von Stefan Port als ganz typisches Tätermuster finden. Ab wann sexuelle Gewalt überhaupt beginnt, empfinde jeder Mensch anders, betont der Sozialpädagoge.

Buben als Opfer von Vergewaltigungen – Lokalnachrichten – Augsburger Allgemeine

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