Wie Jungen durch die Presse kriminalisiert werden…

lässt sich heute mal wieder gut nachlesen.

Polizei fasst Elfjährigen mit Heroinkugeln im Mund

Im Kampf gegen Drogenhändler hat die Berliner Polizei bei einer Kontrolle einen elfjährigen Jungen erwischt. Das Kind hatte mehrere «Szenekügelchen» Heroin im Mund. Der Junge war Beamten gestern Abend im U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz im Stadtteil Charlottenburg aufgefallen. Als sie die Personalien des Kindes prüften, entdeckten sie die Drogen. Woher sie stammen, ist noch unklar. Der Elfjährige war zur Fahndung ausgeschrieben, weil er aus einer Jugendeinrichtung in Brandenburg verschwunden war.

Hierher…

11-Jähriger dealt mit Heroin: Festnahme

Polizisten hatten die Personalien des 11-Jährigen auf dem U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz überprüfen wollen. Dabei bemerkten die Beamten, dass der Junge offensichtlich etwas im Mund hatte. Heraus kamen mehrere Szenekügelchen mit Heroin. Der 11-Jährige übergab das Rauschgift den Polizeibeamten, die auch ein Handy und Bargeld sicherstellten.

Woher die Drogen stammten, ist bis jetzt noch unklar. Der Junge war zur Fahndung ausgeschrieben, da er aus einer brandenburgischen Jugendeinrichtung verschwunden war

Hierher…

Aufgemerkt, Ihr Profi-Journalisten und Journalistinnen: Der Junge ist 11 Jahre alt, sprich ein Kind. Dieser Junge wird bestimmt nicht selbst jene organisierte Kriminalitätsstruktur geschaffen und aufgebaut haben, die ihn zum Dealen gebracht hat und durch die er erst in jene Lage gebracht wurde, in der er  jetzt “gefasst” wurde.

Ein elfjähriger Junge ist und bleibt ein Kind. Andere, Erwachsene, haben ihn zu dem werden lassen oder gemacht, der er jetzt ist.

Solche Jungen-verachtenden Headlines sind offensichtlich Ausdruck des so viel gepriesenen “Qualitätsjournalismus”. Da bin ich echt froh, nur ein einfacher Blogger zu sein.

Würde ein Mädchen zum Dealen in diesem Alter mißbraucht worden sein, so hättet Ihr andere Headlines gefunden, garantiert!

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