Vorbilder für Jungen (5) Nikolaus Kopernikus

Nikolaus Kopernikus

Von Dr. Alexander Ulfig

Nikolaus Kopernikus wurde am 19.2.1473 in Thorn (heute Torun, Polen) geboren. Nach dem Tod des Vaters 1483 übernahm der Onkel Lukas Watzenrode, der Bischof war, die Vormundschaft über Nikolaus. Er wusste, wie wichtig eine gute Ausbildung für einen Jungen und einen jungen Mann ist. Lukas Watzenrode förderte Kopernikus, wo er nur konnte. Er finanzierte seine schulische sowie universitäre Ausbildung und verschaffte ihm später eine Stellung als Domherr von Frauenburg. Kopernikus revangierte sich später für diese Förderung, indem er als ausgebildeter Arzt seinen Onkel medizinisch behandelte. Er zeigte, was Dankbarkeit bedeutet.

Schon als Junge interessierte sich Kopernikus für Sterne, Mathematik und Technik. Einer Überlieferung zufolge konstruierte der junge Kopernikus eine Turmuhr für den Dom in Leslau. Von 1491 bis 1494 studierte er Himmelskunde (Astronomie), Mathematik und Philosophie in Krakau (Polen). Von 1496 bis 1500 studierte er auf Anweisung seines Onkels Rechtswissenschaften in Bologna (Italien), widmete sich aber hauptsächlich seiner großen Leidenschaft, der Astronomie. Von 1501 bis 1503 studierte er Medizin und Rechtswissenschaft in Padua und Ferrara (Italien). 1503 machte er in Ferrara seinen Studienabschluss in kanonischem Recht.
1511 wurde er Domherr in Frauenburg (Ostpreußen). In dieser Funktion übernahm er viele Aufgaben: Verwaltungsaufgaben, Teilnahme an den täglichen Gottesdiensten und die Seelsorge. Auch die Erhaltung der militärischen Verteidigungsfähigkeit der umliegenden Städte und Burgen gehörte zu seinem Aufgabenbereich. Außerdem beschäftigte er sich mit rechtlichen, ökonomischen und politischen Angelegenheiten. Seine weniger bekannten ökonomischen Schriften sind nach Meinung einiger Historiker bahnbrechend. Darüber hinaus genoss Kopernikus großes Ansehen als Arzt. Er bereitete Heilmittel selbst zu und wandte sie mit gutem Erfolg bei Hilfsbedürftigen an. Bekannte Persönlichkeiten seiner Zeit baten ihn um einen medizinischen Rat. Armen gewährte er kostenlose medizinische Behandlung.
Neben all diesen Tätigkeiten fand Kopernikus die Muße, sich seiner eigentlichen Aufgabe, den astronomischen Studien, zu widmen. Sein Leben beweist, dass man sich neben einem anspruchsvollen und zeitraubenden Beruf auch noch einem anderen Gebiet zuwenden und dass man auf diesem Gebiet große Lestungen vollbringen kann. Voraussetzungen dafür sind großes Interesse für eine Sache, Konzentration und Disziplin.

In einem Turm, der sich in der Nähe des Doms befand, richtete sich Kopernikus einen Forschungsraum ein. Da es damals noch keine Fernrohre gab, hat er sich selbst Instrumente zur Berechnung der Höhen der Sonne, des Mondes, der Planeten und der Fixsterne gebaut, unter anderem ein aus Latten gebildetes gleichschenkliches Dreieck, mit dem er über Jahre viele Beobachtungen durchführte. Die Beobachtungen und Berechnungen führten ihn zu einer genialen Entdeckung. Bis Kopernikus dachte man, dass sich die Sonne und die anderen Planeten um die Erde drehen und die Erde der Mittelpunkt des Weltalls ist. Sie galt uneingeschränkt und wurde von der mächtigen Katholischen Kirche vertreten. Kopernikus widersprach dieser Auffassung und präsentierte eine völlig entgegengesetzte Sicht. In seinem Hauptwerk „De revolutionibus orbium coelestium libri VI“ (deutsch „Von den Umdrehungen der Himmelskörper“) weist er unter anderem nach, dass die Himmelsbewegungen keinen gemeinsamen Mittelpunkt haben und die Erde nicht der Mittelpunkt des Weltalls ist. Die Leistung und der Mut dieses Wissenschaftlers sind vorbildhaft: Er verwarf eine Vorstellung, an die seit Jahrtausenden alle Menschen geglaubt haben. Kopernikus revolutionierte nicht nur die Astronomie, sondern erschütterte auch die damals herrschende Vorstellung von Welt und vom Menschen. Da die Erde nicht mehr als Zentrum des Weltalls betrachtet wird, verliert der Mensch die von ihm beanspruchte Sonderstellung in der Welt.

Der große Astronom starb am 24.5.1543 in Frauenburg.

Bücher über Kopernikus: B.-M. Rosenberg, Nicolaus Copernicus, 1973; J. Hamel, Nicolaus Copernicus, 1994; M. Carrier, Nikolaus Kopernikus, 2001.

Filmdokumentationen zu Kopernikus

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Über Dr. Alexander Ulfig

Als Junge interessierte ich mich sehr für Geschichte und Filme. In Mathe und Sport war ich ganz schlecht. Später entdeckte ich mein Interesse für die Philosophie. Dieses Fach habe ich dann auch zusammen mit Soziologie und Psychologie studiert. Heute beschäftige ich mich als Autor mit den Fragen, was ein glückliches Leben ist, wie Menschen miteinander friedlich und respektvoll umgehen können und wie eine gerechte Welt aussehen könnte.

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