Schauspieler und Musical-Star Uwe Ochsenknecht plädiert für ein Schulfach “Emotionen”. Besonders Jungen müssten lernen, Gefühle zu zeigen und mit ihnen umzugehen, sagte der 54-Jährige. In seiner Kindheit seien Gefühle nicht angesagt gewesen, erklärte Ochsenknecht: “Mein Vater war sehr verschlossen und konnte Emotionen nicht wirklich zeigen.” Der vierfache Vater gestand aber, viel emotionaler zu sein, “als mein Vater das sein konnte. Mit meinen Kindern bin ich immer so umgegangen wie heute: Wir umarmen uns, und wir knutschen uns”.
Eigentlich keine schlechte Idee, ein Schulfach “Emotionen” einzuführen. Doch Ochsenknecht erzählt “feminismustreuen” Unsinn.
Jungen und Männer haben Gefühle und äussern sie. Wenn auch nicht so, wie es irgendwelche LehrerInnen oder TherapeutInnen es verstehen wollen. Denn alles – also wirklich jedes Angebot im normalen psychosozialen Bereich - ist auf Frauen und Mädchen zugeschnitten- und nicht mehr und nicht weniger haben alle Therapeutinnen und Therpeuten gelernt. Selbst Freud hat fast nur mit Frauen gearbeitet.
Wenn nun Jungen ihre Gefühle äußern, die so eben nicht ins gelernte Schema passen, so sollen sie angeblich umlernen, ihre Gefühle also endlich anders äußern. Das ist einfach nur Quatsch! Kein Wunder also, dass kaum Männer oder Jungen freiwillig zum “Psychoklempner” gehen. Der Psycho-Sektor könnte also hinzulernen…
Doch im Psycho-Sektor gehts ungefähr so zu, wie in folgendem Vergleich:
Nehmen wir an, ein Unternehmen produziert ein Produkt, das für eine Hälfte aller Kunden völlig unbrauchbar ist. Dieses Unternehmen würde normalerweise sehr schnell vom Markt verschwinden oder aber sich auf alle Kunden spezialisieren. Nicht aber der Psychosektor. Hier verlangen die Angstellten aus dem Unternehmen (das natürlich staatlich bezahlt wird) von den männlichen Kunden, sich mit dem unbrauchbaren Produkt, das sie anbieten, nicht nur zufrieden zu geben, sondern nun endlich zu lernen, damit auch klarzukommen. Und wenn sie es dann nicht wollen, oder es nicht “schaffen”, dann ist nicht etwa das “Produkt” verkehrt, sondern natürlich der Kunde – also in dem Fall Männer und Jungen.
Eine solche Einstellung der meisten Profis im psychosozialen Bereich ist nicht nur verkehrt- sondern geradezu verrückt. Sie grenzt an Größenwahn.
Ich plädiere wirklich für ein Schulfach Emotionen, in denen Jungen und Mädchen, Lehrerinnen und Lehrer lernen, dass Gefühle nun mal UNTERSCHIEDLICH von männlichen und weiblichen Menschen ausgedrückt werden. Zudem sollte vor allem den Frauen das Recht abgesprochen werden, die Definitionsmacht darüber zu haben, wie Gefühle “richtig” ausgelebt oder ausgedrückt werden.
Und dann wäre da noch folgender Auftrag: Die Mädchen und Frauen könnten erstmal lernen, damit klar zu kommen, dass Jungen und Männer z.B. eben auch leiden. Solche Äußerungen von männlichen Gefühlen führen nämlich in der Regel dazu, dass die Betreffenden von den Mädchen verhöhnt oder belächelt werden. Eigentlich klar, weil natürlich sonst die Mädels ihre “Beschützer” verlieren würden und ihr alleiniges Recht auf den “Opferstatus”.
Festzuhalten bleibt, es ist noch viel zu tun! Jungenarbeit muss gemacht werden, die männliche Gefühlsäußerungen so lässt, wie sie sind. Doch nicht nach der Methode “Ochsenknecht”… (Der Name ist hier wohl echt Programm).

