In Kindergärten wie Schulen dominiert ein verhuscht-weibliches Klima

Junge eingeschnappt?…sagt Kinderpsychologe Wolfgang Bergmann im Interview bei SPIEGEL-ONLINE – und sieht Jungs trotzdem im Vorteil.

Denn: Gerade in unserem “digitalen Zeitalter” sind Jungs (und Männer) schon früher angekommen und in Ihren Kompetenzen weiter fortgeschritten als Mädchen und Frauen – meint zumindest der Fachmann.
Weiterhin spricht er über die Auswirkungen der vielen Lehrerinnen und der wenigen Lehrer in Kindergärten und Schulen. Der “weibliche” Lehrplan sieht einfach Männlichkeit nicht vor. Wenn Jungen sich dann aber wie Jungen präsentieren, so werden sie abgewertet. Zitat:

Es geht aber mehr um diese generelle Antigewalt-, Antikörperlichkeit-, Antimännlichkeitserziehung. Auch die männlichen Pädagogen haben ja dieses seltsame Umhüllungs- und Friedensideal soweit übernommen, dass es schnurz ist, ob ein Mann oder eine Frau verantwortlich ist. Wenn heute im Kindergarten beim Ballspielen eine Fensterscheibe zu Bruch geht, wird doch sofort der Morgenkreis einberufen. Jungen haben heute kaum noch die Fähigkeit, sich selbst in ihrer Körperlichkeit, in ihrer männlichen Durchsetzungsfähigkeit kennenzulernen. Sie werden mit Teilen ihrer Männlichkeit überhaupt nicht mehr bekannt.

einige Zeilen später fragt SPIEGEL-ONLINE:

Sollen etwa Eltern, Erzieher, Lehrer aggressive Jungs einfach prügeln lassen?

Bergmann: So lange es ungefährlich ist, unbedingt. Das ist Erlernen von sozialen Verhaltensweisen. Jungs sind schon im zarten Alter von zwei bis vier Jahren völlig anders als Mädchen. Sie müssen ihre Erfahrungen mit dem Raum um sie herum auch mit männlicher Wucht machen können. Wenn das blockiert wird, wird die kognitive und soziale Entwicklung eines Jungen gehemmt. Gleichzeitig werden sie dann eingehüllt in diese weibliche harmonische Lebenswelt, die ihnen unendlich auf den Keks geht. Im Grunde ist es ein Wunder, dass es noch so viele seelisch gesunde Jungen gibt.

Das Lesen und Schreiben, das die Mädchen nachweislich besser können, ist zutiefst verschieden vom Lesen und Schreiben und Interagieren im Internet. Für die Bewältigung, das schnelle Reagieren und die Selektierung der heutigen Medien- und Bilderflut, von den Börsen bis in andere digitale Vorgänge, dies alles lernen die kleinen Mädchen nicht. Sie lernen, sich in der Schule anzupassen. Sie erlernen Fähigkeiten, die man in einer Gesellschaft modernen Zuschnitts nicht mehr unbedingt braucht.

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