“Versäumnis über Jahrzehnte”
An der S’Grooten-Hauptschule wurde inzwischen damit begonnen, in verschiedenen Fächern (Hauswirtschaft und Technik) Jungen und Mädchen getrennt zu unterrichten. “Reflexive Koedukation” wird der getrennte Unterricht für Jungen und Mädchen in Teilbereichen genannt, weil Mädchen und Jungen in bestimmten Bereichen anders lernen. Auch die Sonsbecker Schulleiterin spricht von einem “Versäumnis über Jahrzehnte hinweg”. Ihre Bilanz: “Die Jungs sind auf der Strecke geblieben; es fehlt ihnen an Selbstbewusstsein.
“Die Sonsbecker Hauptschule wird die reflexive Koedukation weiter ausbauen und dabei auch ihre Möglichkeiten als Ganztagsschule ausspielen. “Da wird es für die Jungen Fußball geben, damit sie untereinander ihre Kräfte messen können.” Zusätzlich sollen soziale Bereiche auch für Jungen erschlossen werden.Was sich auch deckt mit einer Initiative der Bundesregierung (“Neue Wege für Jungs”), die Jungen die Möglichkeit einräumen soll, “Chancengleichheit und Rollenvielfalt als persönlichen Gewinn für das spätere berufliche und persönliche Leben zu erfahren”.Auch Angelika Platzen hält als Manko fest, dass fast ausschließlich Frauen die Aufgaben der Erziehung und Bildung übernommen haben. Dass es zu wenige Männer in den Erziehungsberufen gibt, macht sie ebenfalls an der Bezahlung und an fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten fest.
