Psychische Folgen des “Wehrdienstes”

Unterdessen haben Verteidigungspolitiker der Union die Einrichtung einer speziellen Klinik befürwortet, die besonders Soldaten helfen soll, die traumatisiert von einem Auslandseinsatz heimkehren. Die Bundestagsabgeordnete Strenz (CDU) sagte, dass sich die Zahl der betroffenen Soldaten von 245 Fällen im Jahr 2008 auf 466 im Jahr 2009 nahezu verdoppelt habe und weiter ansteige. Zu etwa neunzig Prozent handle es sich dabei um Soldaten, die nach einem Einsatz in Afghanistan psychisch erkrankten.

via FAZ.net

Im obigen Artikel geht es thematisch nicht um die psychischen Folgen des Auslandseinsatzes, sondern vielmehr um Merkels Bereitschaft, über eine Aussetzung der Wehrpflicht nachzudenken. Aussetzung heisst nichts anderes, als dass die Wehrpflicht als Zwangsdienst nur für Männer noch immer im Grundgesetz verankert bleiben wird.

Merkel und andere denken somit keineswegs darüber nach, ob diese Pflichtveranstaltung für junge Männer, sich mit ihrer Fähigkeit oder Bereitschaft, zu töten und getötet zu werden, schwerste Traumata nach Kriegseinsätzen verarbeiten zu müssen, nicht geradezu gänzlich aus dem Wesenskatalog “männlicher Zwangssozialisation” gestrichen gehört.

Wenn man die momentane Situation der jungen Männer in Gänze betrachtet, so scheinen die politisch Verantwortlichen männlichen Jugendlichen wahrlich Multitaskingfähigkeiten abverlangen zu wollen.

Auf der einen Seite sollen Jungen, “motiviert” durch feministische Umerzieher, in Erzieher- oder Pflegeberufe gedrängt werden, auf der anderen Seite müssen sie sich als junge Männer mit der Rolle des Soldaten oder Nicht-Soldaten zwangsweise beschäftigen. Genau das letztlich daraus resultierende Verhalten aber wird als Macho-Unkultur gebrandmarkt, und die Jungen oder jungen Männer werden personal abgewertet.

Diese gesamtstaatliche Jungenpolitik hat einfach schizophrene Züge.

Die Diskussion im Forum verfolgen?

Kommentare

  1. sap meint:

    Ich finde es schadet gar nichts, die Wehrpflicht abzuschaffen. Die Jungs, die nach Afghanistan gehen, sollen durchaus nur Berufssoldaten sein. Wo unser Land von NATO Staaten umgeben ist, hat sich die Wehrpflicht überlebt. Die finanziellen Einsparungen sind die eine Sache, die Wehrgerchtigkeit eine andere Sache. Also weg damit.

    Siegfried Anton Paul

    • Leon Woczelka meint:

      Yepp, genau meine Ansicht. Heute ging es ja im Bundestag hoch her. Die Wehrpflicht wird fast garantiert nur ausgesetzt. Von Wehrgerechtigkeit ist keine Spur zu hören gewesen.

Ihre Meinung ist uns wichtig

*


*