Neue Initiative gegen die Erniedrigungen während der Musterung

(c) Initiative Musterung mit Würde

Die relativ neue und lose als gemeinnützige GbR organisierte Initiative Musterung mit Würde hat es sich zum Hauptziel gemacht,  junge Männer über ihre Rechte bei der Musterung aufzuklären. So steht es dem jungen Mann zu, dass die Intimuntersuchung von einem männlichen Arzt hinter einem Sichtschutz, geschützt vor den Blicken der Schreibkraft, durchgeführt wird. Ist ihm der Arzt unsympathisch oder die Untersuchung unangenehm kann er diese Untersuchung ohne Folgen gar ganz verweigern. Um diese Aufklärungsarbeit zu verbessern, strebt sie eine verstärkte Zusammenarbeit mit der BASTA-Kampagne (www.musterung.us) an.

Die Initiative sieht eine Ausbesserung des Wehrpflichtgesetzes zum Schutze der jungen Männer als unabdingbar. Eine Aussetzung der Wehrpflicht begrüßt sie und bedauert es, dass eine richtige und vollständige Abschaffung der Wehrpflicht aufgrund der politischen, aber nicht den Willen der Bevölkerung widerspiegelnden, Mehrheit nicht möglich ist.

Die Initiative bringt in ihren Publikationen zahlreiche Argumente für die Abschaffung der Wehrpflicht hervor.

Schon bevor es das Internet gab, erzählten viele junge Männer von ihrer Musterung – die einen mehr, die anderen weniger Erfreuliches. Heute gibt es zahlreiche Internet-Foren, in denen über die Sorgen vor der Musterung und über die Verärgerung und das schlechte Gefühl danach geschrieben wird. Manche waren eher positiv überrascht, dass es nicht so schlimm war wie sie hörten, andere fanden es schlimm und demütigend. Das liegt daran, dass jeder Arzt/jede Ärztin etwas anders bei der Musterung vorgeht und seine/ihre eigene Art hat. Darüber hinaus neigen viele bei der Schilderung der eigenen Musterung zur Übertreibung. Dazu kommt noch, dass jeder eine andere Schamgrenze hat.

Erschreckend jedoch ist eigentlich die Tatsache, dass in einem so fortschrittlichen Rechtsstaat wie der Bundesrepublik Deutschland das Grundgesetz eingeschränkt und somit die Freiheit der Person und die körperliche Unversehrtheit des jungen unschuldigen Mannes beschnitten wird, wenn es um die Wehrpflicht geht – und so etwas sollte es in einem Rechtsstaat, der glaubt so weit entwickelt zu sein, wie wir glauben es zu sein, nicht geben. Erfährt ein junger Mann über die Einschränkung der Freiheit und der körperlichen Unversehrtheit, bekommt er natürlich Angst. Das schlimmste jedoch ist, dass die Wehrpflichtigen noch sehr jung sind, zum Zeitpunkt der Musterung zum Teil sogar minderjährig. Viele von ihnen haben noch ein mangelndes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Und genau in diesen so wichtigen Abschnitt der Persönlichkeitsentwicklung greift die Bundeswehr mit der Musterung ein.

Auf jeden Fall scheint es der Initiative wie oben bereits erwähnt deshalb unabdingbar, das Wehrpflichtgesetz zum Schutze der jungen Männer zu ändern. Im Gesetz muss noch einmal speziell festgehalten sein, dass der Mann das Recht hat die Intimuntersuchung jederzeit zu verweigern oder abzubrechen.

Hier geht es jeweils weiter:

bei facebook.com: http://www.facebook.com/group.php?gid=143457922343495&ref=mf

… bei studiVZ.net: http://www.studivz.net/Groups/Overview/f6994e7fa14bc9d8

… bei schuelerVZ.net: http://www.schuelervz.net/Groups/Overview/f774764e624d917a

und auch: musterung.us

Kommentare

  1. A. Rebenow meint:

    “Erschreckend jedoch ist eigentlich die Tatsache, dass in einem so fortschrittlichen Rechtsstaat wie der Bundesrepublik Deutschland das Grundgesetz eingeschränkt und somit die Freiheit der Person und die körperliche Unversehrtheit des jungen unschuldigen Mannes beschnitten wird, wenn es um die Wehrpflicht geht – und so etwas sollte es in einem Rechtsstaat, der glaubt so weit entwickelt zu sein, wie wir glauben es zu sein, nicht geben.”
    Das ist natürlich richtig, es ist eine Schweinerei, was da läuft. Wobei an dieser Stelle die Frage erlaubt sein muß: Ist ein solcher Staat, der sich Rechtsstaat nennt, überhaupt so fortschrittlich ist wie er tut? Und handelt es sich überhaupt um einen Rechtsstaat?!
    Dieser Staat behandelt einen großen Teil seiner Bevölkerung, immerhin fast die Hälfte, z. T. wie Vieh (Vieh ist nützlich, mehr nicht), spricht ihnen Menschenwürde ab, erniedrigt sie und lacht sie am Ende noch aus. Tendenz geht weiter in Richtung Unterdrückung alles Männlichen. Das ist natürlich auch in allen anderen Bereichen, nicht nur bei der Wehrpflicht, so. Die Männerarbeitslosigkeit z. B. steigt und steigt. In Bayern sind 80% mehr junge Männer arbeitslos als junge Frauen etc. (manndat.de hat dazu einen sehr interessanten richt verfaßt)
    A. R.

    • Leon Woczelka meint:

      Dieser Staat behandelt einen großen Teil seiner Bevölkerung, immerhin fast die Hälfte, z. T. wie Vieh (Vieh ist nützlich, mehr nicht), spricht ihnen Menschenwürde ab, erniedrigt sie und lacht sie am Ende noch aus. Tendenz geht weiter in Richtung Unterdrückung alles Männlichen. Das ist natürlich auch in allen anderen Bereichen, nicht nur bei der Wehrpflicht, so. Die Männerarbeitslosigkeit z. B. steigt und steigt.

      Klar tut der Staat das, und genau deshalb braucht es Leute und Organisationen wie Manndat, Agens etc. um endlich dagegen zu opponieren. Vielleicht engagieren Sie sich ja auch? Wir alle brauche Unterstützer und Unterstützerinnen…

  2. C. Fischer meint:

    Ich bin wirklich erschüttert dass viele Eltern ihren Kindern kein Selbstwertgefühl beibringen.

    Hätte ich einen Sohn würde ich das niemals zulassen dass ein Fremder ihm an seinen Penis seine Hoden und in sein wertes Loch herumfingert.
    So eine Perversion ist wirklich die Spitze und ich ärgere mich noch heute wie die arroganten und geilen Amtsärzte mich vergewaltigten.

  3. Erich Schuster meint:

    Die Umstände der praktizierten Musterung zeigen klare Verstösse gegen die Menschenwürde auf. Dies wird sich auch nicht ändern, wenn die Wehrpflicht entfällt. Freiwillige werden nach wie vor diskriminierend gemustert werden und sich nicht wehren können, da sie befürchten müssen, bei der Musterungsärtin in Ungnade zu fallen. Publizistische Offenlegung ist hier sehr wichtig.
    Ich habe am 27.10.2010 nachfolgende Frage an die Europaabgeordnete Dr. Anglika Niebler gestellt. Jeder sollte sich unter http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_angelika_niebler-901-22756–f269273.html#q269273a als Interessent für die Antwort eintragen. Je mehr Interessenten sich eintragen, umso mehr kümmert sich die Politik.

    Frage vom 27.10.2010:

    Sehr geehrte Frau Dr. Niebler,
    zur Anfrage 17.10.10 “Musterung” ergeben sich konkrete Fragen:

    1.Untersuchungspersonal Intimuntersuchung
    Bei Musterungskandidatinnen ist andersgeschlechliches Untersuchungspersonal nicht zulässig.
    Das Gegenteil gilt bei männlichen Kandidaten: Diese treffen ausschließlich auf weibliches Assistenzpersonal, dem sie von den fast durchweg weiblichen Musterungsärzten nackt vorgeführt werden -siehe Beispielfoto in vorg. Anfrage.
    Dabei wird den jungen Männern im Vorfeld weder erklärt, wie weit die Intimuntersuchung geht, noch dass weibliche Ärzte und Zuschauerinnen zu erwarten sind .Entsprechend werden sie nicht über ein Verweigerungsrecht aufgeklärt. Sie erleben die Musterung als Zwangsuntersuchung vor dem anderen Geschlecht.
    Frage: Warum diese diskriminierende Ungleichbehandlung?

    2.Umfang der Intimuntersuchung
    Damen legen zur Musterung das Zeugnis einer gynäkologische Untersuchung vor, die im Vorfeld durch einen Privatarzt erfolgte. Bei allen nachfolgenden Musterungen, Diensteintritt- u. Entlassungsuntersuchungen, wird von der Ärztin keine Inspektion der inneren und äußeren Geschlechtsorgane durchgeführt (gem. ZDv46/1).
    Das Gegenteil gilt bei männlichen Kandidaten: Bei allen genannten Untersuchungen wird in der Regel von der Musterungs-/Stabsärztin die Inspektion der äußeren Geschlechtsorgane sogar wiederholt. Die von den Ärztinnen gezeigte Akkuratesse ist schon Legion und hat sich gegenüber früheren Untersuchungen (durch Ärzte) gesteigert. Wiederholt muß der Kandidat z.B. das Verschieben seiner Vorhaut demonstrieren und oft folgt noch eine manuelle Nachprüfung durch die Ärztin. Der zu Untersuchende kann diese Akkuratesse nicht nachvollziehen und keinen Zusammenhang mit der Wehrfähigkeit erkennen. Er empfindet das ganze Procedere als Demütigung.
    Frage: Warum diese diskriminierende Ungleichbehandlung?

    Ich rechne fest damit, dass Sie den Fragen auf den Grund gehen, zumal Sie als Politikerin mit dem Thema Diskriminierung vertraut sind.

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