Ich dachte bisher, dass jüngere Frauen in der Politik mitunter weniger verbissen und offener wären als die “68″er, die ja mittlerweile bald alle stramm auf die 68 zu steuern. Dieser Gedanke basierte auf der These, dass jüngere Frauen Gleichberechtigung ja keineswegs mehr erkämpfen mussten. Denn dort, wo sie bereits herrscht, gibts ja nichts mehr zu kämpfen. Frau Bär wurde 1978 geboren und demnach Ende der 1990er Jahre erwachsen.
Doch mein Denken entsprach wohl eher meinem Wunsch als der Realität, schaut man sich die männerpolitischen Bestrebungen der Dorothe Bär (CDU/CSU) an. Der “Maskunaut” hat dies getan, und kommt zu folgender Analyse:
So kam bei der Debatte um die Abschaffung der Wehrpflicht einigen Politikern nichts besseres in den Sinn, als sogleich über eine allgemeine, von der Wehrpflicht losgelöste Dienstpflicht für Männer nachzudenken. Diese soll Männer dazu verpflichten, Zwangsdienste nicht nur in sozialen Einrichtungen, sondern auch bei der Polizei, Katastrophendiensten, kulturellen Einrichtungen, oder in Bereichen wie Ökologie, Denkmalpflege, Politik oder Sport abzuleisten. Eine leidenschaftliche Vertreterin dieser Forderung ist Dorothee Bär, Verantwortliche für das Referat “Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer” der CDU/CSU.
Es ist peinlich genug, dass in Gestalt dieses Referats die Interessen von Männern und Jungen ausgerechnet von einer Frau vertreten werden. Offenbarend jedoch ist der Umstand, dass diese Frau sich nur mit der Frage beschäftigt, wie man junge Männer noch effizienter verwerten und ausschlachten kann.
Solche Dinge sind symptomatisch für eine ausschließlich von und für Frauen gemachte Gleichstellungspolitik. Wo immer Männerpolitik unter feministischer Obhut betrieben wird, hat das Ganze stets etwas anrüchig gouvernantenhaftes an sich. Gemäß dem Leitbild “Förderung für die Frauen – Erziehung für die Männer”, geht es bei Männer- und Jungenpolitik meist nur um die angeblich negativen Auswüchse von Männlichkeit und deren Korrektur. Im Vordergrund steht die Frage, wie Männer sich ändern können, um den Frauen noch gerechter zu werden und was Männer alles tun können, um ihre unsägliche Schuld gegenüber den Frauen wieder gut zu machen.

Hallo,
die Frauen-Union hat gerade eine Veranstaltung namens “Zukunft Bundeswehr” veranstaltet, auf der Monika Hohlmeier Guttenberg seine Unterstützung zugesagt hat (http://www.sueddeutsche.de/bayern/wehrpflicht-unterstuetzung-fuer-guttenberg-auch-fjs-haette-es-so-gemacht-1.996100); auch wird behauptet, dass sich Guttenberg wohl gegen Seehofer durchsetzen wird. Gut so! Was mir aber sauer aufstößt, ist, dass in der CSU-Pressemitteilung (http://www.csu.de/presselounge/einladungen/10311013.htm?dateselected=2010-09-02) explizit die Rede davon ist, “den Anforderungen im sozialen Bereich nachkommen”, d.h. es wird weiterhin so getan als gäbe es eine Legitimation für einen sozialen Arbeitsdienst (der dann an den Anforderungen des sozialen Bereiches ausgerichtet ist), dabei gibt es nur eine Legitimation für einen Wehrersatzdienst. Hierzu schreibt der Maskunaut ganz richtig:
“Männer sind auch Menschen! Was das in Hinblick auf die allgemeine Dienstpflicht bedeutet, erklärt uns die Genfer Konvention für Menschenrechte. Sie verbietet jede Form von Zwangsarbeit oder Leibeigenschaft. Ausnahme ist die Wehrpflicht inklusive eines entsprechenden Ersatzdienstes. Dabei gilt es zu verstehen, dass der eigentliche Sinn des Zivildienstes darin besteht, Männer, die den Dienst an der Waffe verweigern, in anderen Gebieten auszubilden, um sie im Kriegsfalle anderweitig zu verwenden, etwa als Sanitäter. Dies bedeutet zweierlei: erstens ist der Zivildienst ebenso wie der Wehrdienst ein Kriegsdienst; zweitens handelt es sich dabei nicht um einen Arbeitsdienst sondern um eine Form der Ausbildung. Aus letzterem folgt, dass Zivildienstleistende nicht als bloße Arbeitskräfte missbraucht werden dürfen, ansonsten wäre von Zwangsarbeit zu sprechen.
Da beim Zivildienst oft das Prinzip “learning by doing” gilt, ist zwischen Ausbildung und bloßer Arbeit nicht so leicht zu unterscheiden. Wenn aber Sozialverbände und Politiker keinen Hehl daraus machen, dass das System ohne den Zwangsdienst teurer würde und mit ihm eine wichtige Stütze verloren ginge, dann ist indirekt der Beweis erbracht, dass Zivildienstleistende in der Vergangenheit eben doch als Billig-Arbeitskräfte missbraucht wurden. Wir ziehen also den Schluss, dass in der Vergangenheit bei der praktischen Umsetzung des Zivildienstes gegen Menschenrechte verstoßen wurde, ohne dass sich irgend jemand daran gestört hätte.”
Andreas