Nach internen Berichten aus dem Bundesverteidigungsministerium scheint eine Entscheidung über die Reform der Bundeswehr gefallen zu sein. Diverse Szenarien wurden in den vergangenen Monaten diskutiert, nun zeichnet sich eine Variante ab, die in der alten Bundesrepublik noch einer Revolution gleichgekommen wäre: Der Generalinspekteur könnte zum Generalstabschef, die Wehrpflicht ausgesetzt und die Truppenstärke auf 165 000 Soldaten reduziert werden.
Was wird aus der Wehrpflicht?
Die Truppenstärke der Bundeswehr soll auf rund 165 000 Soldaten sinken. Das funktioniert nur unter Verzicht auf die rund 40 000 Wehrpflichtigen. Um nicht in die Verlegenheit zu kommen, die Wehrpflicht ganz abzuschaffen, sollen Freiwillige sie wie ein freiwilliges soziales Jahr ableisten können. Damit bliebe noch eine Reduzierung der Dienstposten um etwa 30 000 Stellen. So würde der Kern der Bundeswehr aus Zeit- und Berufssoldaten im Wesentlichen erhalten bleiben.
Via Tagesspiegel…
Neben den zahlreichen konservativen und nicht konservativen Gegnern dieser Aussetzung möchte ich hier eine weitere, halbe Gegenstimme anführen (keine Angst, ich habe meine Meinung über den Zwangsdienst nur für Männer nicht geändert):
Wenn die Bundeswehr jetzt wirklich ausgesetzt wird, so bedeutet dies keinesfalls, dass auch nur bei einer wichtigen politischen Partei einer der Gründe u.a. die Überlegung wäre, im Falle der Wiedereinführung an eine Gleichbehandlung von jungen Männern und Frauen zu denken, da die Wehrpflicht einfach ungerecht ist und Männer benachteiligt. Nein, es würde wahrscheinlich alles weiter so laufen, wie bisher. Die Männer müssten also nach Schulbenachteiligung weiterhin noch Wehr-/Ersatzdienst leisten, die Frauen “dürften” sich dies weiterhin als Beruf oder als freiwilliges soziales Jahr gönnen. Also: es ist jetzt keineswegs Euphorie angesagt.
