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Das Männerbild, die CSU und der verflixte Wehrdienst…
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BenutzerBeitrag

16:23
06.09.10


Leon Woczelka

Admin

Beiträge 146

Es ist schon interessant, wer sich so alles befugt sieht, über das Wohl und Wehe von jungen Männern zu diskutieren, und dabei natürlich den Zwang zur "Pflichterfüllung" vorauszusetzen.

Die Bundeswehr ist – nicht zuletzt durch die Wehrpflicht leistenden Soldaten – in unserer Gesellschaft tief verankert. Auch unsere Soldatinnen, die mittlerweile in vielfältiger Weise freiwillig im Einsatz sind, haben ihren Anteil daran. Gleichzeitig sind Zivildienstleistende in sozialen Berufen kaum mehr weg zu denken. Wenn wir eine Reform der Bundeswehr und der Wehrpflicht wollen, dann dürfen wir sie nicht nach Kassenlage gestalten. Wir müssen ihre Struktur nach den sicherheitspolitischen Gegebenheiten ausrichten und darüber hinaus den Anforderungen im sozialen Bereich nachkommen.

Die Frauen-Union Bayern diskutiert auf der Fachkonferenz "Zukunft Bundeswehr" mit vielen namhaften Gästen über die auf Landesverteidigung basierende Begründung für die Wehrpflicht, die Konsequenzen eines eventuellen Aussetzens der Wehrpflicht sowie die Möglichkeit der Einführung eines neuen Freiwilligendienstes.

Tja, jetzt kommt man auf einmal auch bei der CSU ins Nachdenken. Nachdenken darüber, ob und wie man jetzt einen "Freiwilligendienst" so aufgleist, dass man verschweigen könnte, junge Männer für solche Zwangsdienste jahrzehntelang ge(miss)braucht zu haben, ohne darüber wirklich reflektiert zu haben.

Natürlich darf oben der eher lächerliche Hinweis auf die Soldatinnen nicht fehlen, schliesslich herrscht in unserem Land noch immer Gleichberechtigung, jedoch ohne jede Gleichverpflichtung…

Wie zitiert unser Leser (und fast schon Mitarbeiter)  Andreas in seinem Kommentar den Maskonauten:

"Männer sind auch Menschen! Was das in Hinblick auf die allgemeine Dienstpflicht bedeutet, erklärt uns die Genfer Konvention für Menschenrechte. Sie verbietet jede Form von Zwangsarbeit oder Leibeigenschaft. Ausnahme ist die Wehrpflicht inklusive eines entsprechenden Ersatzdienstes. Dabei gilt es zu verstehen, dass der eigentliche Sinn des Zivildienstes darin besteht, Männer, die den Dienst an der Waffe verweigern, in anderen Gebieten auszubilden, um sie im Kriegsfalle anderweitig zu verwenden, etwa als Sanitäter. Dies bedeutet zweierlei: erstens ist der Zivildienst ebenso wie der Wehrdienst ein Kriegsdienst; zweitens handelt es sich dabei nicht um einen Arbeitsdienst sondern um eine Form der Ausbildung. Aus letzterem folgt, dass Zivildienstleistende nicht als bloße Arbeitskräfte missbraucht werden dürfen, ansonsten wäre von Zwangsarbeit zu sprechen.

Da beim Zivildienst oft das Prinzip “learning by doing” gilt, ist zwischen Ausbildung und bloßer Arbeit nicht so leicht zu unterscheiden. Wenn aber Sozialverbände und Politiker keinen Hehl daraus machen, dass das System ohne den Zwangsdienst teurer würde und mit ihm eine wichtige Stütze verloren ginge, dann ist indirekt der Beweis erbracht, dass Zivildienstleistende in der Vergangenheit eben doch als Billig-Arbeitskräfte missbraucht wurden. Wir ziehen also den Schluss, dass in der Vergangenheit bei der praktischen Umsetzung des Zivildienstes gegen Menschenrechte verstoßen wurde, ohne dass sich irgend jemand daran gestört hätte..."


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