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Jungen und Männer haben keine Chance, wenn die Wahrheit nicht ans Licht darf
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BenutzerBeitrag

14:35
03.11.11


Leon Woczelka

Admin

Beiträge 146

-Junge Männer sollen heutzutage alles zugleich sein: Konfliktfähiger Partner, beruflich erfolgreich, einfühlsamer Vater, gerne auch mal mit starker Schulter ausgestattet. Davon gehen Psychologen heute aus. Heranwachsende fühlten sich von diesen Erwartungen oft überfordert.

Was echte Männlichkeit ausmache, sei vielen unklar. „Männer sind seit Jahrzehnten der feministisch inspirierten Kritik ausgesetzt, das hat sich gar bis zur Entwertung des Männlichen gesteigert“, sagt Männerforscher Matthias Franz. Der Soziologe Walter Hollstein beobachtet eine zunehmende Dämonisierung von Männlichkeit. Bestimmte Eigenschaften würden bei Männern negativ umgedeutet: Disziplin bedeute plötzlich einen Mangel an Spontaneität, Selbstständigkeit sei Angst vor Nähe und Aggressivität werde einem Hang zur Gewalt gleichgesetzt. Schon im Kindergarten werde Männlichkeit zunehmend zum Problem stilisiert, sagtMännerforscher Hollstein. „Buben werden inzwischen diskret oder auch ganz offen umerzogen.“ Alles, was mit jungenhaftem Toben, Raufen und Kräftemessen zu tun habe, werde von den Erzieherinnen misstrauisch beäugt, verboten oder gar bestraft.

Schwaches Geschlecht?
Was fehle, seien männliche Erzieher. In dem Beruf arbeiten nach Auskunft des Bundesfamilienministeriums bundesweit mehr als 362 000 Menschen, davon sind aber nur knapp 11 000 Männer. Der niedersächsischeKultusminister Bernd Althusmann meint: „Jungen brauchen auch männliche Vorbilder. Darum wollen wir den Anteil der männlichen Grundschullehrer steigern.“ Die Zahl der männlichen Erzieher in Kindertagesstätten ist zwar höher geworden: Waren es 2008 noch 7980 männliche Fachkräfte, betreuten 2010 bereits 9979 Erzieher kleine Kinder.

Insgesamt aber, so das Bundesfamilienministerium, beträgt der Anteil der männlichen Fachkräfte in Kitas allerdings immer noch nur 2,7 Prozent.Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) forderte auch in Kitas mehr engagierte Männer als Personal.

Soweit, so richtig in der Analyse, die unter der Überschrift: "Das starke Geschlecht im Zwiespalt" hier veröffentlicht wurde.

Doch was nutzen wahre Analysen, wenn anschließend die Wahrheit derart verbogen wird, dass der Opferstatus mal wieder in jedweder Hinsicht weiblich zementiert wird?

Denn was liest das gelangweilte Auge nur einen Absatz später? Das hier:

Notwendigkeit des Tages
Ist der Weltmännertag also längst überfällig? „Trotz einiger Probleme sollten Männer nicht als Opfer von Gleichstellungsmaßnahmen stilisiert werden“, erklärt Antke Engel vom Gender-Kompetenz-Zentrum in Berlin, das sich in der Gleichstellungspolitik engagiert. Da Gleichstellung nicht auf „Frauenfragen“, sondern auf die Veränderung von Geschlechterverhältnissen ziele, befürworte das Zentrum den Weltmännertag.

Dennoch solle im Blick bleiben, welche Privilegien mit dem Status der Männlichkeit einhergehen – und unter welchen Bedingungen diese in Anspruch genommen werden. Auch der Kultusminister betont, dass man Mädchen bei der Bildungsdebatte nicht aus dem Blick verlieren dürfe.

Ansichtssache
Als nicht wirklich notwendig stuft der Geschäftsführer des Porsche-Zentrums in Oldenburg den Männertag ein. Stefan Maraun, der sich hauptberuflich mit PS-starken Männerträumen beschäftigt, findet: „Ich glaube, dass dieser Tag etwas übertrieben ist. Mittlerweile gibt es ja sogar den Tag der Kaffeebohne! Eine gesunde Akzeptanz von Männern und Frauen sollte selbstverständlich sein.“

Schön, dass wir darüber geredet haben… oder: Fuck the Truth…

Interessant wird´s dann bei der Position des Frauenbüros:


Wenn Männer tatsächlich ins Hintertreffen geraten, kümmern sich dann bald Gleichstellungsbeauftragte um sie? Immerhin werden Männer drei bis vier Mal häufiger vom frühen Herztod ereilt als Frauen und sind häufiger Gewalt- und Unfallopfer als Frauen. Renate Vossler vom Oldenburger Frauenbüro meint deshalb: „Wir freuen uns, wenn durch Berichterstattungen das Bewusstsein der Männer für ihre Gesundheit geschärft wird.“ Und fügt hinzu: „Aus Sicht des Frauenbüros ist der Weltmännertag eine gute Idee.

Doch was nutzt die beste Gesundheit bei Bildungsbenachteiligung von Jungen? Das bleibt offen…


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