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" Dann kommt der eigentliche Schnitt, bei dem die Vorhaut – einer der empfindlichsten Teile des männlichen Körpers! – weggeschnitten wird. "

BenutzerBeitrag

13:29
22.07.10


Leon Woczelka

Admin

Beiträge 146

Das wunde Geschlecht: Beschneidung von Knaben
Seit Jahrtausenden wird neugeborenen Knaben und jungen Männern eine Wunde zugefügt, wo es am meisten wehtut. Ein Tabu mit unabsehbaren Folgen.

Von Claude Jaermann

Festgezurrt auf einer Kunststoffschale liegt ein acht Tage altes Kind. Seine Beine sind fixiert, damit es sich nicht wehren kann gegen das, was folgt. Der Schnitt ist kurz und schnell. Je nach Methode halten zwei Klammern die Vorhaut und heben sie so leicht vom Penis des Neugeborenen ab. Das Baby weint. Ein Schrei, der dem Betrachter durch Mark und Bein fährt. Der Vater steht daneben. Verunsichert. Er hält seinem Sohn einen Finger in den Mund, der zuvor in Wein oder Traubensaft getunkt worden ist. Eine andere Form der Schmerzlinderung oder gar eine Betäubung kommen hier nicht zum Einsatz.
Der Beschneider ist ein Meister seines Fachs. Er beruhigt die Anwesenden, die den Schmerz des Neugeborenen mitfühlen, so wie jedes menschliche Wesen vom Schrei eines Kindes zutiefst berührt wird. Dann kommt der eigentliche Schnitt, bei dem die Vorhaut – einer der empfindlichsten Teile des männlichen Körpers! – weggeschnitten wird. Das Baby schreit noch stärker. Die Mutter im Nebenraum wirkt verstört. Sie weint. Sie ahnt, dass da etwas geschieht, was sie im tiefsten Grund ihres Herzens eigentlich gar nicht will. Keine Mutter will, dass ihrem Kind Schmerzen zugefügt werden.
Nach wenigen Minuten ist das Ritual vorüber. Die Mutter erhält ihr Kind zurück. Das Baby weint. Die Mutter weint. Wer will so auf der Welt willkommen geheissen werden? Die Mutter hofft, dass sie dieses für sie traumatische Erlebnis ebenso verarbeiten kann wie ihr beschnittenes Kind.
Die oben beschriebene Szene ist zu sehen im Dokumentarfilm The 8th Day, der achte Tag. In diesem Streifen werden zwei jüdische Paare begleitet, die beide einen Jungen bekommen und sich der Frage stellen müssen, ob sie ihr Kind beschneiden lassen wollen oder nicht. Was im Film gezeigt wird, spielt sich so oder ähnlich alle 30 Sekunden auf dieser Welt ab.

Warum beschneiden wir?
Das Thema ist heikel. Ich werde mich damit exponieren und in ein Wespennest stechen, hörte ich aus meinem Umfeld raunen. Es sei an der Zeit, die Beschneidung von Knaben zu thematisieren, meinten andere. Es ist schwierig, die «Beschneidung von Knaben» isoliert zu betrachten. Religiöse, medizinische, rechtliche, psychologische, moralische, ethische Aspekte wollen gehört, betrachtet und gegeneinander abgewogen sein. Und nicht zuletzt auch der ganz gesunde Menschenverstand, der fragt: Warum beschneiden wir? Warum wird jungen Menschen Schmerzen zugefügt, warum werden sie ungefragt und unwiderruflich eines der sensibelsten Teile ihres Körpers beraubt?…

 

Wer sich traut, weiter zu lesen, sollte hier nachschauen.