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Weshalb Günter Wallraff ein besserer Wissenschaftler als Thomas Gesterkamp wäre…
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BenutzerBeitrag

02:11
25.06.11


Leon Woczelka

Admin

Beiträge 146

… belegt eindrucksvoll der Artikel:  Etikettenschwindel – Der Missbrauch des Begriffs „Expertise“ von Michael Klein, der sich mit der "Expertise" des Thomas Gesterkamp befasst, in der dieser vergeblich versucht hat,  mit Geldern der Friedrich-Ebert-Stiftung zu belegen, dass es einen „Geschlechterkampf von rechts“ gäbe und der gar im Untertitel nahelegt, dass " Männerrechtler und Familienfundamentalisten sich gegen das Feindbild Feminismus radikalisieren“ würden.

Nicht nur das Fehlen rudimentärer wissenschaftlicher Standards ist auffällig, auch das Fehlen einer Auseinandersetzung mit dem Thema ist markant. So ist Kapitel 2.1 überschrieben mit „Behauptungen und Realität“. In diesem Kapitel wendet sich Gesterkamp u.a. gegen die Tatsache, dass Jungen im deutschen Bildungssystem erhebliche Nachteile haben und aktiv benachteiligt werden . Während die Nachteile und Benachteiligungen von Jungen empirisch gut belegt sind, führt Gesterkamp keinerlei Daten an, um seine überraschende Erkenntnis, dass Jungen keine Nachteile haben, zu belegen. Statt dessen proklamiert er, dass es falsch sei, Jungen pauschal als Bildungsverlierer zu bezeichnen, er behauptet, dass soziale Schicht wichtiger sei als Geschlecht und lässt noch den bemerkenswerten Satz folgen: „Männliche Mittelschichtsjugendliche zum Beispiel erbringen in Mathematik und in den Naturwissenschaften sogar überdurchschnittliche Leistungen“ (5). Dieser Satz zeigt eindrücklich wie fremd Gesterkamp wissenschaftliches Arbeiten ist, denn der Satz enthält einen zweistelligen Funktor und macht deshalb nur Sinn, wenn man angibt im Vergleich zu wem, männliche Mittelschichtsjugendliche überdurchschnittliche Leistungen erbringen: im Verglich zu weiblichen Mittelschichtsjugendlichen, im Vergleich zu männlichen Unterschichtsjugendlichen, im Vergleich zu Thomas Gesterkamp, im Vergleich zu Erwachsenen… Wer weiß? Darauf, dass die Nachteile von Jungen im deutschen Bildungssystem nicht weggehen, wenn man die nachweislich falsche Behauptung aufstellt, es seien nicht Jungen, sondern Unterschichtsjungen, die Nachteile in der Schule haben, gehe ich an dieser Stelle nicht ein. Die Unhaltbarkeit dieser unsinnigen Behauptung habe ich schon im Zusammenhang mit Thomas Viola Rieskes „Studie“ offengelegt.

Um hier nicht unwissenschaftlich daherzukommen:

Es ist keineswegs erwiesen, dass hier ein  allgemeiner Trend zu verzeichnen wäre. Doch ist erwiesen, dass in relativ kurzer Zeit damit zwei Stiftungen Gelder bereitgestellt haben, um "Expertisen" oder "Studien" zu fördern, in denen vorsätzlich unwissenschaftlich gearbeitet wurde, um die wissenschaftlich belegte Benachteiligung von Jungen vom Tisch zu wischen.

Ich vermute, die Verantwortlichen in den Stiftungen wissen vielleicht noch nicht einmal davon, wofür hier das Geld verschleudert wurde.

Arne Hoffmann geht hier auf Thomas Gesterkamps Hochstapelei ein.

 

 


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