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Dein Spiegel

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BenutzerBeitrag

00:27
26.06.11


Andreas Rheinhardt

Member

Beiträge 13

Hallo,

 

nachdem der Spiegel sich dieses Jahr schon mit einer "Werbebroschüre" für die Frauenquote blamiert hat und dabei baden gegangen ist (siehe Arne), sollen nun anscheinend schon die Kleinsten auf Linie gebracht werden, nämlich im Knidermagazin Dein Spiegel; ich habe ihn zwar nicht selbst gelesen (lesen können) — meine moralischen Überzeugungen verbieten es mir, so etwas durch meinen Kauf zu fördern –, aber bei den Überschriften und Kurzzusammenfassungen und bei den befragten Personen weiß man schon, was drinsteht:

"MÄDCHEN AN DIE MACHT: Wie ungerecht: Die meisten großen Firmen werden nur von Männern geleitet. Das soll sich ändern. Kluge Mädchen von heute könnten dann morgen genauso leicht Chef werden wie ein Mann.

BRAUCHEN WIR DIE FRAUENQUOTE?: Nur wenige Frauen sind Chefs. Das ist ungerecht und soll geändert werden. Aber wie? "Nur mit einem Gesetz kann man etwas gegen die Ungerechtigkeit tun", sagt die Managerin Anke Domscheit-Berg. Petronella Jacobs, Inhaberin einer Schiffswerft, ist dagegen: "Das haben wir Frauen gar nicht nötig.""

Dass Frauen bereits heute gleiche (oder bessere) Chancen haben und dass die derzeitige Geschlechterverteilung in den Chefetagen etwas mit den Branchen der Großkonzerne (das sind in Deutschland nun einmal oft ein Auto- oder Maschinenbauunternehmen — und da arbeiten allgemein weniger Frauen) und mit den geschlechtsspezifischen Einstellungen der Menschen bzgl Arbeit und Familie und mit dem Einsatz im Beruf (auch ohne Kinder arbeiten Männer länger als Frauen — sogar als Single, glaube ich), wird in den Berichten wahrscheinlich nicht oder nur am Rande vorkommen; dass Jungen hingegen an der Schule benachteiligt werden (schlechtere Noten bei gleichen Leistungen etc.), wurde von Dein Spiegel hingegen noch nie zum Anlass eines Artikels gemacht (obwohl man hier wunderbar "Wie ungerecht: Jungen …" schreiben könnte).

Frau Domscheit-Berg ist (war?) Vorstand bei Microsoft Deutschland, dem wahrscheinlich feministischsten Unternehmen der Welt, und tritt in der Öffentlichkeit offensiv für Frauenquoten ein; wenn die andere Gesprächspartnerin auch ankündigt: "Das haben wir Frauen gar nicht nötig.", dann wird auch in diesem Gespräch die Diskriminierung von Männern ignoriert (oder wahrscheinlich sogar für notwendig befunden). Vielleicht wird auch hier wieder die Leistung von Männern verächtlich gemacht und ihnen unterstellt, sie seien lediglich aufgrund ihres Geschlechts* in den Positionen, die sie innehaben ("Eine Frau muss immer doppelt so gut sein wie ein Mann, um so weit zu kommen wie er — und zum Glück ist das gar nicht einmal so schwer" ist bezeichnend für diese Einstellung). Wie sich die männlichen Leser dabei wohl fühlen werden?

 

Andreas

 

*: Ich höre in letzter Zeit immer öfter, in unseren Chefetagen gebe es eine unsichtbare Männerquote (und das dann immer ohne Belege).

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