Das Projekt “Neue Wege für Jungs” ist bereits seit einigen Jahren etabliert. Dieses Projekt wird immer dann in der politischen Diskussion positiv angeführt, wenn es um die Jungenförderung geht. Mithilfe dieses Projektes sollen Jungs in ihren sogenannten “sozialen und emotionalen Fähigkeiten” gestärkt und auf Berufe vorbereitet werden, die eher jungenuntypisch sind. Anmerkung: Ich habe nichts dagegen, die Berufsauswahlmöglichkeiten der Jungen zu vergrößern, doch halte ich eine auf Defizit-Diagnostik aufgebaute Zielsetzung der sozialen und emotionalen Andersartigkeit von Jungen für mehr als fragwürdig.
Mir ist aktuell KEIN Mädchen- Projekt bekannt, das im Gegenzug Mädchen auffordert, ihre eigene Rolle einmal kritisch zu hinterfragen und die eigenen “soft Skills” auf die Probe zu stellen. Mir ist auch kein Projekt bekannt, das Mädchen auf die Rolle der zukünftigen Ernährerin einer ganzen Familie vorbereitet und den Druck verdeutlicht, der genau hinter dieser Verantwortlichkeit steckt, wenn die Frau das Geld nach Hause zu bringen hat, während der neue Mann vielleicht die Familienaufgaben übernimmt. Offensichtlich geht die Politik – oder deren aktuell Verantwortliche – wohl davon aus, dass der Druck am Arbeitsmarkt gerade in gut bezahlten Jobs zukünftig nachlässt, wenn sie von Frauen gemacht werden…
Die hinter dem Projekt “Neue Wege für Jungs” stehenden politischen Ziele hat jetzt die geschlechterpolitische Initiative Manndat aufgedeckt, wie ihrem letzten Rundbrief zu entnehmen ist.
In diesem Rundbrief wird nicht nur mit dem gern und häufig verbreiteten Mythos, Frauen und weibliche Lehrlinge würden bei gleicher Arbeit schlechter als Männer und männliche Kollegen bezahlt, gehörig aufgeräumt. Bezüglich der politischen Zielsetzung der “Neuen Wege für Jungs” schreibt Manndat:
Für den tendenziösen und interessensgeleiteten Charakter der Frauenministeriumsstudie sprechen auch die folgenden Beispiele:
Das Frauenministerium führt aus, Männer bevorzugten natur- und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge, Frauen ziehe es hingegen zu den Sprach- und Kulturwissenschaften. Dadurch (!) blieben Frauen wichtige Berufschancen vorenthalten.
Frauen seien in Entscheidungspositionen in Unternehmen unterrepräsentiert. Sie könnten eine gläserne Decke nicht durchdringen. Eine mögliche Ursache sei die sogenannte statistische Diskriminierung. – Die Diskriminierung, welche eben nicht belegt werden kann, wird mit demabsurden Zusatz „statistisch“ wieder in den Sprachgebrauch eingeschmuggelt, was zu einer bizarren Wortneuschöpfung führt. Statistik diskriminiert nicht, Statistik misst.
Bei Gehaltsverhandlungen zeigten Frauen mit Familie nicht die gleiche „Härte“ wie ihr eigener Partner (von dem sie solches aber seinerseits erwarten). – Wie Mann das wohl verstehen darf? Kämpfen Frauen am Ende gar nicht so gern, sondern lassen lieber ihn für sich kämpfen? Ein besonderes Kuriosum stellt eine im Dossier enthaltene Abbildung zum Teufelskreis der sta-tistischen Diskriminierung auf Seite 32 dar, welche den Wirkungszusammenhang veranschaulicht. Offenbar ist den Autorinnen der Studie dieser selbst nicht zur Gänze klar oder schlüssig, denn der Teufelskreis ist zur Hälfte leer.
Der avisierte Maßnahmenkatalog
In letzter Konsequenz zielt das Dossier darauf ab, Legitimation zu schaffen für frauenfördernde Maßnahmen. Das Dossier nennt:
Ausbau der Kinderbetreuung Die Rahmenbedingungen zur „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ sollten verbessert werden.
Spektrum der Berufswahl soll erweitert werden
Mit Projekten wie „Girl’s Day“ und „Komm, mach MINT“ sollen Mädchen und junge Frauen entgegen ihrer mehrheitlichen Neigung in Berufsbereiche gelockt werden, die als zukunftsträchtig eingeschätzt werden. Im selben Absatz erwähnt das Bundesfrauenministerium das Projekt „Neue Wege für Jungs“.
Es habe die Berufswahl und Lebensplanung von Jungen und Männern in den Blick genommen. Damit wird offenkundig: „Neue Wege für Jungs“ hat den Zweck, diese aus den als zukunftsträchtig eingeschätzten Bereichen zu verdrängen. Es handelt sich um eine offene Kampagne eines Bundesministeriums zur Behinderung der Zukunftschancen von 50 % der eigenen Bevölkerung.
Wir sehen also: Die “Produkte” der “Neuen Wege für Jungs” sind kritisch zu hinterfragen. Der allgemeine politische Mainstream der Frauen und der Ministerien, die dieses Projekt ins Leben gerufen haben und das Projekt bezahlen, produziert offenbar eher jene tendentiöse Atmosphäre, unter der in Wahrheit eine weitere Jungenbenachteiligung erwachsen muss, als dass sie Jungen in ihrer Andersartigkeit wirklich sehen und fördern könnte.
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- Neue Wege sollten anders aussehen. Mehr Bildung! (25%, 6 Stimmen)
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