Gestern morgen kam ein Exemplar des Buches: “Rettet unsere Söhne” von Arne Hoffman bei uns an. Eigentlich war bei uns viel anderes zu tun, doch das musste einfach liegenbleiben. Die Söhne von heute sind schließlich die Männer von morgen – da kann man(n) mit dem Retten nicht früh genug anfangen, sagte ich mir und begann zu lesen.
In gewohnt sachlicher Manier und vor dem Hintergrund präziser Recherche schreibt Arne Hoffmann über die Situation von Jungen und männlichen Jugendlichen. Wenn auch Sie beim Lesen dieses Buches es mit der Angst um eine (oder zwei) Generationen von Jungen und jungen Männern zu tun bekommen, so entspringt dieses Gefühl sicher nicht dem an manchen Stellen eher unterhaltsamen Schreibstil der Autors, nein es ist Ausdruck eines Mitgefühls mit den wirklich Benachteiligten von heute und ihrer durch politische Ignoranz bisher schlicht verbauten Zukunftsperspektive.
In beeindruckender Art und Weise legt Hoffmann dar, wie die seit Jahren durchgeführten angeblichen Mädchenförderprogramme direkt (und indirekt) dafür verantwortlich sind, dass sich die eine verstossene Hälfte der Jugendlichen mehr und mehr politisch extremen Gruppierungen anschließt, weil sich hinter der propagierten Mädchen-und Frauenförderung mittlerweile nicht mehr als blinder Jungen- und Männerhass verbirgt.
Hier hat sich nicht irgendjemand zum Backslash verstiegen, nein Hoffmanns Portrait der Situation basiert auf vielen Forschungsergebnissen rennomierter Professoren und Professorinnen. Immer wieder weist er uns darauf hin, dass es schließlich um Kinder geht, also jene, die allgemein als wehrlos gelten – aber eben nur, wenn sie Mädchen sind.
Doch Hoffmann bleibt bei der Analyse unserer “Jungenkatastrophe” nicht stehen, er entlarvt und belegt eindrucksvoll, wie noch heutzutage unter dem programmatischen Deckmantel angeblicher Mädchen- und Frauenförderung die existenzielle Abwertung und Benachteiligung von Jungen um sich greift und entwickelt aus diesen Analysen ein klares und pragmatisches 10 Punkte Sofort-Programm zur Abhilfe.
Es ist diesem Buch zu wünschen, dass es nicht nur von denen gelesen wird, die sich sowieso für die männliche Sozialisation interessieren. Dieses Buch ist eine unbedingte Empfehlung für Eltern genauso wie für Männer und Frauen in der Politik und in jenen Verwaltungen, die anscheinend noch immer davon überzeugt sind, dass die aufgelegten Genderprogramme und die damit verbundenene Millionen Euro “nur ” der Förderung von benachteiligten Menschen dienen würden.
Aufgrund der zahlreichen Belege in diesem Buch würden die Verantwortlichen nach der Lektüre der Wirklichkeit ins Gesicht schauen können (und müssen). Ob sie sich dazu wohl trauen?
Wenn ja, dann könnten sie umdenken. Wenn nicht, dann müssen sie eben zukünftig durch Verdrängung mit ihren Gewissensbissen einer ganzen Generation gegenüber klar kommen.
Auch Hoffmann bleibt zum Schluß skeptisch: “Leider wird die Krise wohl noch viel gravierender werden, bevor etwas geschieht. … Ohne einen notwendigen Druck von unten werden sich die Dinge auf so fatale Weise weiterentwickeln wie bisher.”


Vor einigen Tagen kam das Buch von Arne Hoffmann auch auf meinen Schreibtisch und ich habe es im Rahmen meiner Examensprüfungsvorbereitung zum Lehramt gelesen, wie auch zwei weitere Titel, die ich in diesem Zusammenhang empfehlen möchte: “Kleine Helden in Not” von Dieter Schnack und Rainer Neutzling und “Jungen” von Reinhard Winter.
Das Buch von Hoffmann habe ich als letztes der Bücher gelesen und bin schockiert. Auf der einen Seite von der Ignoranz der Politik, auf der anderen von dem kompromisslosen Vorgehen der feministischen Bewegung, die vor gar nichts Halt zu machen scheint.
Wenn ich mich zurückerinnere muss ich sagen, dass mir selbst all diese Dinge gar nicht aufgefallen sind, obwohl ich geradezu ein Paradebeispiel für die verkorkste Generation junger Männer bin, die immer wieder beschrieben werden. Bei einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen, die den Kontakt zum Vater so gut es ging zu verhindern suchte, die den Vater schlecht gemacht hat und mir immer wieder vorgeworfen hat, ich sei wie er. Wenn jemand auf mich aufgepasst hat, wenn meine Mutter keine Zeit hatte, dann waren es die Tanten, die Oma oder Freundinnen meiner Mutter. Im Kindergarten gab es nur Erzieherinnen, ebenso in der Vorschule. In der Grundschule gab es auch nur Lehrerinnen. Meinen ersten Lehrer hatte ich mit elf.
Ich kann sagen, dass ich Kontakte zu Männern hauptsächlich zu Familienfeiern hatte.
Ich kann alles, was in den Büchern beschrieben ist, zu 100 Prozent unterschreiben. Und noch mehr. Die typisch weiblichen Verhaltensweisen, die ich zur genüge kennengelernt habe, unterscheiden sich in noch einer Weise, auch wenn natürlich nicht alle gleich sind, von denen der Männer: Frauen hören nicht auf, wenn einer am Boden liegt. Das Nachtreten und völlige Vernichten ist eine Eigenschaft, die ich Dank meiner Erziehung leider von den Frauen übernommen habe. Gegen diese und andere kämpfe ich seit einigen Jahrzehnten an, mit mäßigem Erfolg.
Ich hoffe, dass all diese guten und wichtigen Bücher ihren Weg in die Hände derjenigen finden, die bereit sind, die Dinge zu verändern. Das wünsche ich mir.