Wenn Frauen zum Muttertier werden…

entsteht ein Dilemma, dessen Existenz auch Männern auf den Geist geht…

Dann, irgendwann, sind die Kinder im Bett. Und Philipp E. würde seiner Frau gerne von seinem neuen Mandat erzählen, davon, dass es um einen spektakulären Betrug geht und um eine Menge Geld und dass ihm von der Sitzung mit dem Klienten immer noch der Kopf brummt. Aber er lässt es bleiben, obwohl seine Frau ebenfalls Juristin ist und die Dimensionen seines neusten Falles verstehen würde. Bloss wird sie ihm nicht zuhören. Sie hat das Interesse an seiner Welt verloren. Seine Frau, sagt Philipp E., sei seit der Geburt von Lisa vor drei Jahren zum Muttertier mutiert. Das Magazin «Focus» prägte einst den Begriff «Muttierung» und benannte damit jenes Phänomen, das Philipp E. mit wachsender Besorgnis an seiner Frau beobachtet: das Aufgehen in der Mutterrolle, das einhergeht mit dem totalen Desinteresse an allem, was nicht mit den eigenen Kindern zu tun hat. Die Muttierung ist ein Rückzug in die private kleine Welt der Familie, eine Verabschiedung von der Aussenwelt, der Berufswelt und ja, im weitesten Sinne auch von der Welt der Sexualität.

 

Bettina Weber schreibt hier im Tagesanzeiger weiter.

Kommentare

  1. Gast meint:

    Das ist leider ein universelles Phänomen, gegen das man(n) sich nicht schützen kann, und – nach erschütternden Anschauungen im Bekanntenumfeld, für mich einer der Hauptgründe, auf Ehe und Kinder lieber zu verzichten.

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