Der neue Mann? Es ist der alte…

Prof. Gerhard Amendt

Prof. Gerhard Amendt

Fast jede Form des sozialen Wandels kann zu Konflikten führen. Denn Wandel löst komplexe Alltäglichkeiten auf, die sich innerhalb von Kulturen, sozialen Schichten, Ethnien und im Arrangement der Geschlechter entwickelt haben. Solchen Wandel wollte auch die Frauenbewegung bewirken. Sie hat es erfolgreich getan. Unter dem Einfluss des Feminismus hingegen, der ein Resultat der sich auflösenden Frauenbewegung war, wurden Konflikte des sozialen Wandels allerdings nicht gelöst, sondern absichtsvoll verschärft.So hat sich in den letzten drei Jahrzehnten der mittelalterliche Gegensatz einer vermeintlichen Welt des Guten versus des Bösen – die Frauen als das Gute und die Männer als das Böse – herausgebildet. Hier friedfertige Frauen, denen kriegslüsterne Männer gegenüberstehen, hier Anhängerinnen des Wärmestroms, denen die kalte instrumentelle Vernunft der Männer auf dem Wege zu einer besseren Welt im Wege steht. Die Logik einer polarisierten Welt wurde auch auf das Sexuelle ausgeweitet, wonach Männer potenzielle Vergewaltiger und Frauen ihre Opfer seien.

Letztlich wird in diesem Denken das „Matriarchat“ als himmlische und das „Patriarchat“ als höllische Schicksalsmacht fantasiert. So etwa ließe sich die von Elisabeth Badinter 2010 in ihrem Buch Konfliktvertretene These einer beunruhigenden naturalistischen Rückbesinnung des Feminismus auf die Frau als Naturwesen zusammenfassen. Demnach brächten die Frauen das Gute ganz allgemein als Verlängerung ihrer guten – die Menschheit erhaltende – Gebärfähigkeit hervor.

Man kann erkennen, dass an die Stelle der äußeren Naturbeherrschung im archaischen Modell der Arbeitsteilung die zeitgemäße Versorgung der Frauen mit ideologischem Wohlbefinden getreten ist. Lediglich ein Wandel der Befriedigungsform hat stattgefunden: Sie unterstützen feministische Ziele, indem sie Forschung vereiteln oder deren Ergebnisse unterdrücken, die jene Frauen zufriedenstellt, deren Wohlbefinden davon abhängt, dass sie keine Verantwortung für sich selber übernehmen müssen. So können sie ihre Aggressivität verleugnen. Profeministische Männer verkörpern eine strenge Wiederholung archaisch anmutender Arbeitsteilung, die Frauen vor den Herausforderungen des außerfamiliären Lebens befreien will. In Wirklichkeit sind diese Männer herrschsüchtig und bevormundend. Ihr Profeminismus gaukelt ihnen eine Lage vor, nach der sie sich als allmächtige Beschützer bedrohter Frauen fantasieren können, ohne es in Wirklichkeit jedoch zu sein. Sie schmeicheln sich selbst.

Professor Amendt analysiert zutreffend und scharfsinnig wie gewohnt, wieso die “neuen Männer” (und auch so manche, die sich neue Wege für Jungs ausdenken) im Grunde die alten sind, und sich damit eher reaktionär als progressiv verhalten.

Der Artikel ist in Gänze lesenswert.

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