Arne Hoffmann hat das Buch von Dr. Matthias Stiehler “Der Männerversteher” (Beck-Verlag, 12,95 Euro) rezensiert.
Aus dem Inhalt hier ein Zitat:
Eine weitere Kernthese (des Buches) lautet, dass es eine “patriarchale Dividende”, die Männerforscher wie Robert Connell zu sehen glaubten, in Wahrheit ebensowenig gibt wie eine vom Feminismus behauptete Unterdrückung der Frauen durch die Männer: “Die Männer sind in diesem Spiel ebenso Verlierer. Den Vorteilen, die sie haben und die von feministischer Seite immer wieder hervorgehoben werden, stehen ebensolche Nachteile entgegen.” Mit dieser Erkenntnis schließt Stiehler an die politische Männerrechtsbewegung an, die sich in den letzten Jahren auch in Deutschland mit Gruppen wie MANNdat und AGENS gebildet hat und die diese Nachteile beseitigen möchte….
Neben dieses zentrale Tabu in der Geschlechterdebatte, so Stiehler, tritt zugleich eine ebenso zentrale Lüge: nämlich die, dass Männer sich endlich grundlegend ändern sollen. Tatsächlich sollen sie sich nur in den engen Grenzen ändern, die der feministische Mainstream ihnen vorschreibt: “Sie sollen nicht auf ihre Bedürfnisse achten, denn das täten sie in ihrem männlichen Egoismus ohnehin zu viel. Vielmehr sollen sie noch größere Kraftanstrengungen unternehmen, die an sie gestellten Erwartungen besser zu erfüllen.” Die alte Männerrolle des Funktionierens wird also fortgeschrieben, nur eben jetzt nicht mehr mit dem General oder dem Chef, sondern mit den Feministinnen als Kommandogeber. Stiehler führt aus: “Die vielen Forderungen an die neuen Männer sind bei Licht betrachtet eine Fortschreibung der alten Verhältnisse, mit ein wenig neuer Tünche: Männer, tut, was wir von euch verlangen, und achtet auch weiterhin bloß nicht darauf, was ihr wollt und was für euer Leben gut ist. Es geht im derzeitigen gesellschaftlichen Mainstream überhaupt nicht darum, dass Männern lernen, mehr auf sich zu achten. (…) Im Kern geht es also darum, dass sich Männer NICHT ändern.” Man könnte hinzufügen: Die einzigen Männer, die sich tatsächlich geändert haben und ihre eigenen Bedürfnisse formulieren, etwa die Aktivisten von MANNdat und AGENS, werden vom feministischen Mainstream erbittert und bis aufs Messer bekämpft.
Stiehler erkennt glasklar, aus welchem Grund den meisten Feministinnen an einer echten Veränderung des Geschlechterverhältnisses inzwischen wenig gelegen sein kann: “Es geht um Geld und es geht um die Pfründe, die über die Jahre geschaffen und besetzt wurden. Eine Entideologisierung der Geschlechterdiskussion hätte zur Folge, dass all dies infrage gestellt wird. Unter diesem Aspekt lässt sich auch verstehen, warum sich so viele Gleichstellungsbeauftragte gegen wirkliche Gleichstellung wehren und warum eine Zeitschrift wie die EMMA nicht ideologiefrei sein kann. Hier sind jeweils konkrete Berufskarrieren in Gefahr.”
Interessante und überzeugende Bruchstücke, allein bereits aus der Rezension! Das Buch scheint viele neue Aspekte nicht einfach nur darzustellen, sondern auch zu begründen, welche Prozesse hinter der feministischen “Ideologiesierung” stecken. Ich vermute, es wäre für manche beschämend, wenn sie es denn lesen würden…

