Polizei befreit 60 männliche Zwangsprostituierte

Die spanische Polizei hat zum ersten Mal eine Organisation gesprengt, die junge Männer in Spanien zur Prostitution zwang.

Nach den am Dienstag veröffentlichten Informationen stammten die Opfer aus Brasilien, wo man ihnen eine gute Arbeit in Spanien als Fotomodell oder Gogo-Tänzer versprach. Stattdessen wurden die gut 60 Männer auf Bordelle in Spanien verteilt, wo sie 24 Stunden am Tag für männliche Kunden einsatzbereit zu sein hatten. Sie bekamen Viagra, Kokain und andere Aufputschdrogen.

Wie in unzähligen Fällen weiblicher Zwangsprostitution mussten die Männer angebliche „Schulden“ mit dem kriminellen Netz abarbeiten. Weigerten sie sich, wurden sie mit dem Tod bedroht.

Schon im Dezember vergangenen Jahres hatte die spanische Polizei einen Ring mit männlichen Prostituierten aus Brasilien auffliegen lassen, allerdings wussten die Männer in jenem Fall offenbar, dass sie in Spanien Sex für Geld anzubieten hätten. Doch die Arbeitsbedingungen waren ebenso erbärmlich wie dieses Mal: ständige Einsatzbereitschaft, ökonomische Ausbeutung, keine Bewegungsfreiheit. Die Täter, wie ihre Opfer Brasilianer, hielten die Männer nach den Worten eines Polizeisprechers „in wahren Gefängnissen oder U-Booten, zu sechst eingesperrt in einem Zimmer“.

Hier gefunden…

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Ein Jahr nach Winnenden: Der nächste Amoklauf an einer Schule ist nur eine Frage der Zeit.

Amokläufe sind keine Naturkatastrophen, sondern menschliches Tun, das man zumindest erschweren kann. Kein gesunder Mensch braucht tödliche Waffen als Mittel der Freizeitgestaltung. Bis zum Mauerfall war der private Waffenbesitz in West-Berlin verboten. In Japan ist er es bis heute. In vielen deutschen Sportschützenvereinen schießt man schon jetzt nur noch mit Druckluftwaffen. In England wurden nach einem Schulmassaker in Dunblane 1996 private Faustfeuerwaffen verboten; seitdem hat es dort keinen Amoklauf in einer Schule mehr gegeben. Die Zahl der in England mit Faustfeuerwaffen begangenen Morde ist die niedrigste seit mindestens 20 Jahren.

Warum hat die Entwaffnung der Sportschützen in Großbritannien nur ein Jahr gedauert, trotz des gewaltigen Protestes von Schützenvereinen und Waffenlobby? Weil beherzte Bürger und die Zeitung Sunday Mail in nur vier Monaten mehr als eine Million Unterschriften für das sofortige Verbot von privaten Faustfeuerwaffen gesammelt hatten. Und weil die Regierungsparteien – anders, als es in Deutschland der Fall ist – den Konflikt mit der dort nur kleinen Wählergruppe der Sportschützen nicht scheuten.

Aus guten, ja zwingenden Gründen hat der Gesetzgeber vollautomatische Schusswaffen für den privaten Gebrauch generell verboten: Sie sind zu gefährlich für private Zwecke. Aus ebenso zwingenden Gründen muss der Gesetzgeber endlich auch tödliche Sportwaffen verbieten: Sie haben sich ebenfalls als zu gefährlich für den Privatgebrauch erwiesen.

Zeit Online berichtet hier in einem bemerkenswerten Kommentar über die Unfähigkeiten unserer politisch Verantwortlichen und die Macht der Waffen-Lobby.

Ich bin kein Schütze, und ein deutlicher Verfechter von einem Schutzbedürfnis vor Waffen in den Händen von Zivilisten. Winnenden und andere Amoktaten lassen sich jedenfalls dadurch hauptsächlich verhindern, dass der Zugang zu Schusswaffen erschwert wird.

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Petition gegen Genitalverstümmelung beider Geschlechter

Hiermit rufen wir auf, eine Petition im Ausschuss zu zeichnen.

PETITION:

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Mädchen und Knaben gleichermaßen vor der Verstümmelung ihrer Genitalien geschützt werden.


Begründung

Mit der Drucksache 867/09 wird eine Strafrechtsänderung vorgeschlagen, mit der klargestellt wird, dass die Verstümmelung weiblicher Genitalien eine Straftat darstellt. Vorgesehen ist auch eine Verfolgung im Ausland.

So richtig und wichtig diese Initiative ist, so falsch ist es, Knaben den Schutz ihrer körperlichen Unversehrtheit zu verweigern.

Die gegen Mädchen-Beschneidung in der genannten Drucksache genannten Gründe treffen auch auf auf Knaben-Beschneidung zu:

“Entsprechende Eingriffe können durch religiöse, medizinische oder andere Vorstellungen, mit denen sie begründet werden, nicht gerechtfertigtwerden. Sie stellen unabhängig von der Einwilligung der Betroffenen
strafwürdiges Unrecht dar; die „Einwilligung“ oder gar Veranlassung durchdie Sorgeberechtigten ist ein schwerwiegender Missbrauch des Sorgerechts.”

So wenig, wie die “milderen” Formen der weiblichen Beschneidung tolerierbar sind, so wenig ist es akzeptabel, die sexuellen und nicht-sexuellen Empfindungen des Mannes durch die dauernde Freilegung der Eichel
nachhaltig zu verändern, wenn er dem nicht wirksam zustimmt.

Auch bei der männlichen Beschneidung unter neuzeitlichen medizinischen Bedingungen können schwerste Komplikationen auftreten. Allein die Anzahl der Narkoseunfälle bei Beschneidungen von Babys in den USA wird auf mehrere hundert pro Jahr geschätzt. Weltweit werden aber Beschneidungen von Knaben mit primitivsten Werkzeugen und ohne Narkose vorgenommen, was nicht selten zu ernsten Schäden, Zeugungsunfähigkeit oder gar zum Tode führt. In Südafrika sterben beispielsweise jährlich etwa 100 Knaben
infolge solcher Beschneidungen.

Beschneidung (weibliche wie männliche!) berührt die Religionsfreiheit. Gerade wer die Beschneidung als wichtiges religiöses Zeichen sieht, muss Kinder vor diesem irreversiblen Eingriff bewahren, um auch ihre negative Religionsfreiheit im späteren Erwachsenenleben zu sichern.

Menschenrechte sind unteilbar, das Gesetz muss geschlechtsneutral gestaltet werden!

via: Manndat-Forum


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BITTE DIESEN ARTIKEL NICHT LESEN!

Wenn renommierte Forscher, (wie z.B. Murray A. Straus sicher einer ist,) etwas  Wesentliches zu sagen oder zu schreiben haben, so werden sie in der Regel sowohl von der Fachöffentlichkeit, als auch von der Politik gehört bzw. zitiert.

Das gilt ganz allgemein für viele Forschungen, natürlich auch und besonders zum Themenbereich Gewalt.

Doch nun kommts: Dieser gerade geschilderte Umstand trifft  auf fast alle Gewaltforschungen zwar zu, nicht jedoch beim Thema häusliche Gewalt.

Dass gleich viele Frauen wie Männer massiv und initiativ gewalttätig werden MUSS OFFENSICHTLICH UM JEDEN PREIS verschwiegen werden, weil sonst das ganze  feministische Frau-gleich-Opfer Denkgebäude einstürzen würde.

Straus, einer der renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der häuslichen Gewalt, hat nun in einem Aufsatz zusammengetragen, wie sehr dieser Umstand weltweit verschwiegen und verleugnet wird.

Über 200 internationale Studien beweisen die ähnlich hohe Verteilung der Täterschaft von Frauen bei häuslicher Gewalt weltweit.  (seit 1973ff.)
Doch was wahr ist,  darf nicht wahr sein.

Für die sich daran anschließende, aktuelle Märchenstunde in Deutschland zeichnet das Frauenministerium verantwortlich, das  schließlich nur vorgibt, auch etwas für alle Gewaltopfer zu tun.

Doch weiterhin Märchen zu verbreiten, ist offenbar auch jetzt noch besser, als endlich  mit den langjährigen Unwahrheiten aufzuräumen.

Bitte nehmen also auch Sie diesen angehängten Artikel nicht wahr, geben Sie ihn NICHT weiter und ignorieren Sie zudem, was ich hier geschrieben habe:

Artikel-Straus-Gewalt-von-Frauen-2009

Für alle anderen: Denkt bitte dran, dass Frauen genauso häuslich gewalttätig sind wie Männer.

Nur den Opfern wird allgemein weniger geglaubt, den Täterinnen wird das Verleugnen so sehr leicht gemacht, und Jungen werden per se nicht als Gewaltopfer wahrgenommen. Und um die geht es hier.

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Fachtag zu Opferperspektiven von Jungen am 10.09.2010 in Dresden

10. September 2010
in der Ev. Hochschule für Soziale Arbeit Dresden, Semperstraße 2 A in 01069 Dresden

Die Dresdner Facharbeitsgemeinschaft Jungen und jungen Männer arbeitet seit Dezember 2009 an dem Thema „Jungen als Opfer von Gewalt”. Dabei ist uns klar geworden, dass Gewalt, und damit auch Opfererfahrungen, bei allen Jungen, mit denen wir arbeiten, zu 100% Thema ist oder war. Da die Jungen, mit denen wir arbeiten alle sozialen Schichten repräsentieren, wird diese Größenordnung auch bei den von sozialer Arbeit nicht adressierten Jungen ähnlich sein.
Jungen gelten in unserer Gesellschaft vorwiegend als aggressiv, einfordernd, grenzüberschreitend. Sie werden oft als Täter in Gewaltsituationen gesehen. Aber was ist mit den männlichen Opfern? Ihre speziellen Bedürftigkeiten werden nicht erkannt. Und dies bei täglicher Berührung mit dem Thema (verbale Gewalt, psychische Gewalt, sexuelle Gewalt, drohender Gesichtsverlust,  Ausgrenzung, häusliche Gewalt, Mobbing …. ). Die Opferseite wird nur selten thematisiert. Zurück bleiben die unbearbeiteten, schlimmstenfalls Traumata auslösenden Erfahrungen der Opfer.
Im Erleben von Gewalt als Opfer neigen Jungen in der Folge oft zum Rückzug bzw. fühlen sich als Verlierer der Situation. Umso wichtiger ist es, als Professioneller im Rahmen pädagogischen Einflusses, die eigene Person in den Kontext hineinzubringen und sensibel sowie einfühlsam die Gewalt und das Opfersein zu thematisieren.
Das kann nur dann gut und nachhaltig gelingen, wenn die MitarbeiterInnen das Thema Gewalt und Opfer-Sein in ihrer Praxis und im eigenen Erleben reflektiert und bearbeitet haben.

Ausreichend Raum, Zeit, Erfahrung, Empathie und/oder das Wissen um die geeigneten Anlaufstellen sind weitere wichtige Komponenten in der Arbeit mit den betroffenen Jungen.

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Von der eigenen Frau geschlagen

Deutschlands einziges Männerhaus : Von der eigenen Frau geschlagen – n-tv.de

Die übelsten Attacken seiner Frau passierten nachts, wenn Dietmar Gettner schlief. Dann kam sie manchmal betrunken ans Bett und knickte ihm brutal die Finger um. Tagsüber machte sie “Psychoterror”. Heute lebt der 66 Jahre alte Rentner und ehemalige Schiffskapitän längst ohne sie: Im brandenburgischen Ketzin betreibt er zusammen mit einem Diplom-Pädagogen Deutschlands einziges Männerhaus. Es ist ein abgelegenes Asyl im grünen Havelland für Männer, die Opfer partnerschaftlicher Gewalt wurden und nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll in ihrem Leben.

Denn nicht nur Frauen, auch das vermeintlich starke Geschlecht wird in Beziehungen weitaus öfter geprügelt und gedemütigt als öffentlich bekannt. “In Deutschland traut sich kaum jemand, offen über dieses Problem zu sprechen”, sagt Gettner. Von der Politik wurde das Thema lange ignoriert. Rund 400 Frauenhäuser gibt es in Deutschland, ein flächendeckendes Netz mit breiter finanzieller Unterstützung. Eine Einrichtung für geschlagene Männer sucht man jenseits von Ketzin vergebens.

Die ersten Frauenhäuser wurden in Deutschland in den 1970er Jahren aufgebaut. Die erste Studie zum Thema Gewalt gegen Männer veröffentlichte das Bundesfamilienministerium 2004. Danach widerfuhr jedem vierten der befragten 200 Männer einmal oder mehrmals “ein Akt körperlicher Gewalt” durch die Partnerin. Dies werde aber weitgehend  tabuisiert, heißt es im Resümee der Studie. Deshalb sei “die Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins für Ausmaß und Folgen der Gewalt gegen Männer von großer Bedeutung”. Allerdings seien weitere Forschungen erforderlich.

In den Augen von Gerhard Amendt verhält sich die deutsche Politik ”schlicht ignorant”. Der emeritierte Universitätsprofessor leitete das Bremer Institut für Geschlechter- und Generationenforschung und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema fraulicher Gewalt gegen Männer. “Ich benenne eine Realität, die man nicht wahrhaben  möchte”, sagt Amendt. Und die sehe so aus: Frauen sind in
Partnerschaften genauso gewalttätig wie Männer – Verhältnis 1:1. “Das haben rund 200 internationale Studien bestätigt, die erste im Jahr 1985″, erläutert Amendt. “Wir müssen uns endlich von der Illusion verabschieden, dass nur Männer gewalttätig sind.”

Meine Anmerkung: Es wird noch länger dauern, bis dass die politisch verantwortlichen Frauen sich an dieses Thema heran wagen. Besonders die schlagenden Mütter finden bisher in Praxis und Theorie an den entscheidenden Stellen keinerlei Beachtung, obgleich es sie zuhauf gibt!

Frauen in der Arbeit mit aggressiven und gewalttätigen Jungen, Seminar vom Forum Intervention

Forum Intervention“Jungen sind doch soooo anders!” * Wieso kommunizieren Jungen anders? Und vor allem: wie kommunizieren Jungen? Was passiert in einem Einzelkontakt mit ihnen und uns als Frauen? * Wieso verändern sich dieselben Jungen, wenn wir sie anschließend in einer Gruppe erleben? * Was hat es mit dieser sexualisierten Sprache auf sich? * Wie erleben Jungen uns Frauen in der Arbeit? * Wo machen wir vielleicht ungewollt Druck? * Wie können wir deeskalieren?

Wir hören viel von Überlastung und Stress, dem Frauen in der Pädagogik ausgesetzt sind. Wir hören jedoch bisher wenig darüber, wie es anders gehen könnte.Dieses Seminar ist eine Einladung an Frauen, in die Welt der Jungen einzutauchen – diese Welt auch einmal durch andere Augen zu sehen.In diesem Seminar werden wir Erklärungsmuster für das Verhalten von Jungen finden, indem wir die Bedingungen kennenlernen, unter denen Jungen groß werden.Wir werden jene Grenzen ausloten, die Frauen in der Arbeit mit Jungen erleben.

Und die Möglichkeiten erkunden, wie das Zusammensein mit Jungen weniger anstrengend gestaltet werden kann.Und wenn es anstrengend wird, so werden wir folgenden Fragen nachgehen:Wie können Frauen gefährliche Situation richtig erkennen und entschärfen?

Wie setzen wir als Frauen Grenzen, ohne gleich den Kontakt zum Klienten abzubrechen?
Diese Themenbereiche sind Kernpunkte unseres Seminars. Wir entwickeln und erproben individuelle Interventionen, die zur jeweiligen Persönlichkeit passen. Dadurch wird Ihre pädagogische Arbeit einfacher und leichter, Überforderungen werden vermieden und wir erhöhen gemeinsam die Chance, von den Jungen und jungen Männern wirklich ernst genommen und verstanden zu werden, eben weil sie sich ebenfalls mehr verstanden fühlen.

Frauen in der Arbeit mit aggressiven und gewalttätigen Jungen – Genderorientierte Gewaltberatung – Erfolg seit über 20 Jahren.

Das Seminar kostet 390,- Euro. Endlich mal ein Angebot, das für Frauen und für Jungen gut ist.

Jungs wurden reihenweise in Kolumbien getötet

Häufig wird über  Gewalttaten dann berichtet, wenn die Opfer auch ins Schema passen: Also: Frauen und Kinder, beonders Mädchen. In Kolumbien wird deutlich, dass die Opferverteilung sich nicht immer an unsere politische Korrektheit hält.

“Falsos positivos“ – „falsche Erfolge“ werden sie genannt, die jungen Männer, die in Kolumbien für Prämien und Statistiken getötet wurden. Damit die Armee Siege im Kampf gegen die Rebellen melden konnte, wurden Tausende Zivilisten in Krisengebiete gelockt, ermordet und als gefallene „Terroristen“ deklariert. Denn jeder tote Guerillero ist für die Regierung ein Erfolg, ein „positivo“.

Diesem System zum Opfer fiel auch Víctor Gómez. Seine Mutter Carmenza macht Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe und dessen wahrscheinlichen Nachfolger Juan Manuel Santos für Víctors Tod verantwortlich. „Ich will, dass die Mörder bestraft werden“, sagt Carmenza Gómez trotzig. Viel hat sie für diese Überzeugung schon riskiert. …

Ab 2004, zwei Jahre nach dem Amtsantritt Uribes, hätten sich die Fälle von „falsos positivos“ mit „verstörender Häufigkeit quer über Kolumbien“ verbreitet, heißt es in Alstons Bericht. Genaue Zahlen gibt es nicht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in über 2.300 Fällen, die Dunkelziffer liegt viel höher. Für die Regierung, die sich für ihre Politik der harten Hand feiern lässt, haben sich die „falsos positivos“ zum größten Skandal der vergangenen Jahre ausgewachsen.

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Wie Jungen als Opfer ausgeblendet werden

… beschreibt Manndat in einem offenen Brief an Frauenministerin Köhler. Hier ein Auszug:

Sehr geehrte Frau Ministerin Schröder,
im Brennpunkt der medialen Debatte zum Missbrauch steht derzeit die katholische Kirche, weil diese seit jeher höchste moralische Ansprüche an ihre Mitglieder stellt. Beim medial ausgekosteten moralischen Absturz der Kirchen und Kirchenmänner wird deshalb vor allem Augenmerk auf die Täter gelegt.
Unsägliches Leid wird hier beschrieben. Aber etwas ist anders als bei früheren Missbrauchs-debatten. Hier handelt es sich um Jungen, die massenhaft missbraucht wurden. In der Dis-kussion über die Missbrauchsopfer ist jedoch lediglich allgemein von „Kindern“, „Zöglingen“ oder „Opfern“ die Rede. Das Wort „Jungen“ kommt den Medienverantwortlichen ebenso schwer über die Lippen wie den Politikern. Nicht nur Fachleute, wie der Psychologe Peter Mosser von der Münchener Opferberatungsstelle Kibs, der an dem „Runden Tisch zu den Missbrauchsfällen“ teilgenommen hat, sind enttäuscht, dass die spezifischen Aspekte männ-licher Opfer außen vor blieben. Offenbar haben die Öffentlichkeit, die Medien und die Politi-ker Probleme mit männlichen Opfern.
Seit sexueller Missbrauch enttabuisiert wurde, ging es weniger um Kinder allgemein, son-dern speziell um Mädchen, die missbraucht wurden. Für Jungen als Opfer war und ist wenig Platz. Gewalt gegen Frauen und Mädchen „kommt nicht in die Tüte“, wie es so schön auf Aktionen mancher Bäckereien heißt, Gewalt gegen Jungen offenbar schon. Dabei sind Jungen laut polizeilicher Statistik und WHO-Studien häufiger Opfer von Gewalt als Mädchen. Die Vernachlässigung von Jungen als Gewaltopfer ist deshalb nicht sachlich gerechtfertigt. Die Gesellschaft will aber keine schwachen, männlichen Opfer, nur männliche Täter.
Dabei handelt es sich nicht nur, wenn auch mehrheitlich, um männliche Täter. Aber seit Bar-bara Kavemann schon vor über zehn Jahren auch auf weibliche Täterschaft hinwies, stehen Täterinnen nach wie vor unter dem Schutz politischer Tabuisierung.

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Wie eine Vertuschung sexueller Gewalt gegen Jungen über Jahrzehnte möglich ist

Sexualisierte Gewalt ist schlimm. Gleichgültig wen sie trifft. Doch es gibt hierzulande Unterschiede in der Wahrnehmung und Verarbeitung der Taten.

Zuerst die öffentliche Wahrnehmung:

  • sind Mädchen durch männliche Täter betroffen, so reagiert die Gesellschaft und die Politik, ja selbst die Justiz sehr heftig und vor allem schnell.
  • sind Jungen durch Täter betroffen, so sieht die Angelegenheit schon anders aus. Hier wird schnell das Thema Homosexualität ins Spiel gebracht, obgleich Gewalttaten nie primär sexuelle Orientierungen als Motiv haben.
  • sind Jungen (oder Mädchen) von weiblichen Täterinnen betroffen, so ist noch jetzt das Schweigen ungeheuer gr0ß.

Ein Teil der öffentlichen Wahrnehmung bzw. Veröffentlichungen der jetzigen Skandale in Presse und anderen Medien ist jetzt noch ziemlich skandalös:

In der WELT von heute ist ein eindrückliches Beispiel zu finden:

Der Kirchenorden hat jahrelang sexuellen Missbrauch und Gewalt gedeckt

München – Über Jahrzehnte hinweg hat der Jesuitenorden sexuellen Missbrauch und Gewalt gegen Kinder in seinen Einrichtungen systematisch vertuscht. Das geht aus dem Abschlussbericht hervor, den die Missbrauchsbeauftragte des Ordens, Ursula Raue, gestern vorstellte.

Seit Bekanntwerden von Missbrauchsfällen am Berliner Jesuiten-Kolleg im Januar hätten sich 205 Opfer sexueller Gewalt beim Orden gemeldet, bestätigte die Rechtsanwältin. Die Vorwürfe richteten sich gegen zwölf Patres, von denen bereits sechs verstorben seien, und gegen zwei weltliche Mitarbeiter. Die Übergriffe hätten sich vor allem zwischen den 60er- und 80er-Jahren ereignet. Betroffen seien neben der Berliner Einrichtung die Schulen St. Ansgar (Hamburg), St. Blasien (Schwarzwald), das Aloisiuskolleg (Bonn) sowie die ehemalige Jesuiteneinrichtung Immaculata (Büren/Westfalen).

Was lernen wir?

Es gibt also Opfer, Kinder und Täter. Kein Wort davon, dass jetzt in diesen Skandalen mit wenigen Ausnahmen hauptsächlich Jungen durch die Gewalt von Männern betroffen sind.

Auf diese Weise wird die spezielle Betroffenheit von Jungen wieder ausgeblendet. So kann sicher kein Klima geschaffen werden, in dem es Jungen von heute leicht fällt, sich als Opfer zu outen. Und: die Politik tut ihr Übriges dazu…

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