Auch Christian Peiffer hält nicht viel von Jungen

In meinem letzten Artikel hatte ich über die Ansichten des Herrn Bueb berichtet.

Andreas, einer unserer Leser, hat nun in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass auch andere “renommierte Fachleute” ähnliche Ansichten über Jungen und junge Männer hegen, die jedoch beweisbar falsch sind. Er schreibt:

Christian Pfeiffer im Gespräch (über Jungenverachtung?)


In eine ganz ähnliche Kerbe (wie Bueb) hauen auch die Herren Christian Pfeiffer (“Zivilcourage ist weiblich“)

“Pfeiffer berichtete von Predigten, die er in Kirchen gehalten habe und in denen der Barmherzige Samariter eine zentrale Rolle spielte. Empirisch, so Pfeiffer, stimme das biblische Bild nicht, denn der Samariter müsste eigentlich eine Frau sein. Frauen mischten sich weit häufiger ein als Männer, die allenfalls Freunden mit vergleichbarer Verve zur Seite stünden („Eine Frage der Ehre“). Die Wissenschaft machte vier Zusammenhänge aus in der familiären Erziehung, die die Bereitschaft stärken, sich zivilcouragiert zu verhalten. Da wäre Gewaltfreiheit in der Erziehung zu nennen sowie liebevolle engagierte Eltern, die Nächstenliebe vorlebten. Wertorientierung müsse vermittelt werden wie die Einsicht, dass Argumente zählten und nicht die Macht. Eltern täten gut daran, ihren Kindern auch mal Recht zu geben. Letztlich brauche Courage Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, eine gesellschaftliche Kultur der Anerkennung.

Dass nun gerade Frauen weitaus eher bereit sind, Zivilcourage zu zeigen, liege auch in den Rollenmustern begründet, die bei der Erziehung von Jungen und Mädchen höchst unterschiedlich seien. Während Mädchen ihre Emotionen zeigen dürfen, würden Jungen darauf trainiert, ihre Empfindungen zu unterdrücken. Folge: Jungen nehmen die Gefühle, auch das Leid anderer nicht so wahr, wie Mädchen. Das Rollenmuster habe sich über viele Generationen hinweg genetisch verfestigt: Männer organisieren Schutz, Frauen Geborgenheit.”

Dieser Artikel ist eigentlich Quatsch: Er nimmt den Fall Brunner als Aufhänger, um zu behaupten, dass Frauen hilfsbereiter sind und Männer “allenfalls Freunden mit vergleichbarer Verve zur Seite stünden”.

Brunner hat hingegen ihm unbekannte Kinder verteidigt/verteidigen wollen und, soweit ich weiß, sind es tatsächlich überwiegend Männer, die ihre eigene körperliche Unversehrtheit aufs Spiel setzen, um andere zu beschützen.

Und hier steht sogar, dass Männer etwa 80% der Ersthelfer stellen. Wem mangelt es hier also an Zivilcourage?)

Manfred Spitzer schreibt : “Wenn ein 12-jähriges Mädchen einen Computer haben möchte, würde ich das wahrscheinlich befürworten, weil es sich über Mails, Chats und Blogs mit anderen Menschen austauschen möchte. Bei einem Jungen wäre ich dagegen. Da wird geballert oder illegales Zeug runtergeladen.”

Diese Erkenntnis hat er durch die Beobachtung seiner beiden Kinder gewonnen.

Übrigens gibt es inzwischen Leute, die beklagen, dass Frauen und Mädchen zunehmend süchtig nach sozialen Netzwerken werden. Das wirkliche Leben besteht nicht nur aus Chats.); speziell bei der Debatte um sog. “Killerspiele” wird häufig unterschwellig (und nicht selten explizit, wie bei Spitzer) mit Misandrie argumentiert; wegen der Pauschalität der Vorwürfe und der häufigen inhaltlichen Fehler von Seiten von Spitzer, Pfeiffer und  Konsorten (aus Politik und Medien) werden sie übrigens von der Computerspielszene heftig kritisiert.
Der Artikel über Pfeiffer ist, glaube ich, eine Meldung wert.

Yepp, das stimmt, hier ist der Artikel…

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Wenn Mütter Kinder belügen…

Die Eltern von Timo Struve* trennen sich, als er sieben Jahre alt ist. Vorangegangen sind jahrelange Zankereien. Nach einem besonders schlimmen Streit verfrachtet die Mutter ihn und seine jüngere Schwester ins Auto und zieht zu einer Bekannten. Am nächsten Morgen muss Timo, der nichts von der ganzen Aktion geahnt hat, in der neuen Stadt auf eine neue Schule gehen. Die Mutter erklärt Timo, dass sie bald wieder zurück zum Vater gehen werden. Er solle ein bisschen nach ihnen suchen, sich entschuldigen, und dann sei alles wieder gut. Ein paar Wochen später findet der Vater seine Familie tatsächlich. Aber er möchte nicht mehr mit der Mutter zusammenleben.

Danach sieht Timo den Vater einige Monate lang nicht, so dass der Vater den Umgang vor Gericht einklagt. In dieser Zeit beginnt die Mutter, schlecht über den Vater zu reden. Als sie zum Beispiel eines Tages Waffeln backen will, stellt sich heraus, dass der Vater das Waffeleisen nach der Trennung behalten hat. Die Mutter sagt: „Er hat es gestohlen.“ Auch über die intellektuellen Fähigkeiten des Vaters lässt sich die Mutter, die aus dem klassischen Bildungsbürgertum stammt, aus. Der Vater kommt aus einer Arbeiterfamilie.

Hier geht es weiter

Wenn jetzt immer mehr große und rennommierte Zeitungen wie die FAZ über die Lügengebäude mancher Mütter berichten, wird deutlich, dass nicht viel Wahrheit in jenem, vielgesagten Satz steckt, der aussagt, das Kinder stets besser bei ihren Müttern aufwachsen.

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Wie gegen die aktuelle Debatte über die Benachteiligung von Jungen vorgegangen werden soll.

Manchmal ist Twitter einfach klasse. So wird man schnell informiert! Die “neuen Wege für Jungs” twitterten im Laufe des Tages einen Link der GEW-Bayern, den ich hier wirklich niemandem vorenthalten möchte.
Geschrieben hat das “münchener Fachforum für Mädchenarbeit” : Bereits der zweite Satz lässt im Duktus erkennen, WER die wirklich Benachteiligten sind Doch nun will ich niemanden mehr auf die Folter spannen und gebe aus Gründen der Nachvollziehbarkeit erstmals einen kompletten Text hier wieder:
Stellungnahme zur Debatte um Jungen als Bildungsverlierer und als das benachteiligte Geschlecht sowie ihre Auswirkungen auf die Mädchenpolitik
Seit einigen Jahren werden Jungen in den Medien als Bildungsverlierer und als das benachteiligte Geschlecht präsentiert, als diejenigen, die lange vernachlässigt wurden und um die man sich jetzt vor allem kümmern muss. Die Benachteiligungen von Mädchen geraten aus dem Blick oder werden verdrängt. Hier wird eine Benachteiligungskonkurrenz geschaffen, die stark polarisiert, in der es nur ein Geschlecht geben darf, dass benachteiligt ist, ein „Entweder-oder“ und nicht ein „Sowohl-als-auch“. Diese Diskussion verhindert den differenzierten Blick auf die Situation beider Geschlechter und die möglichen Ursachen dafür.
Sie wird dem Leid von Jungen nicht gerecht, dessen Ursachen auch in den traditionellen Männlichkeitserwartungen liegen, die an Jungen gestellt werden. Für Mädchen wie für Jungen entstehen Benachteiligungen und Probleme, wenn sie mit einschränkenden
Rollenerwartungen konfrontiert werden und ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft versagt ist. Positiv an der Debatte ist, dass Probleme von Jungen verstärkt wahrgenommen werden.
In dieser Stellungnahme werden einige der vorherrschenden Aussagen aufgegriffen, die häufig zu lesen und zu hören sind. Auch in der Politik und in der Jugendhilfe sind sie verbreitet und führen häufig zu falschen Schlussfolgerungen und zu erfolglosen und vor allem Mädchen und Frauen diskriminierenden Strategieüberlegungen. Das Münchner Fachforum für Mädchenarbeit wird im Folgenden einige davon benennen und kritisch beleuchten sowie  eigene Thesen dazu vorstellen. Sechs Forderungen bzw. Appelle am Ende sollen fruchtbare Anstöße zu einem geschlechtergerechten Diskurs geben.
Folgende zweifelhafte Aussagen sind im Moment „hoch im Kurs“:
1. Jungen sind in der Schule gegenüber Mädchen benachteiligt, denn sie haben schlechtere Schulabschlüsse. Weibliche  Lehrkräfte scheinen das „starke Geschlecht“ zu benachteiligen.
2. Strategieüberlegungen: Der Anteil von Männern unter den Lehrkräften ist zu erhöhen. Dazu muss sowohl das Prestige wie auch das Einkommen von Lehrern aufgewertet werden.
3. Darüber hinaus sind Jungen durch ihre schlechteren Schulabschlüsse auch auf lange Sicht in der Gesellschaft benachteiligt.
4. Jungen sind inzwischen gegenüber Mädchen sehr benachteiligt, da sich Einrichtungen der Jugendhilfe und Schulen mehr an Mädchen orientieren.
5. Jungen sind aggressiver und gewalttätiger, weil es ihnen an männlichen Vorbildern und Identifikationsfiguren fehlt, da sie vor allem von Frauen betreut werden.
6. Jungen sind benachteiligt, weil ihnen die Ausübung ihres natürlich männlichen Verhaltens verwehrt wird: körperlicher Bewegungsdrang, machtvoll überlegenes Auftreten, männliche Selbstbehauptung, Raum einnehmen, männliche Aggressivität.
1. Kritik an den vorherrschenden Aussagen
1. Jungen sind in der Schule gegenüber Mädchen benachteiligt, denn sie haben schlechtere Schulabschlüsse. Lehrerinnen scheinen also Jungen und Mädchen nicht gleich zu behandeln, sondern das „starke Geschlecht“ zu benachteiligen. Michael Klein, Frankfurter Rundschau, 30.07.2003
Unsere These:
In Studien konnte ein Zusammenhang zwischen dem Medienkonsum von Jungen und ihren Schulnoten festgestellt werden (Mößle 2006, S. 13). Manche Jungs sind vielleicht auch schlechter in der Schule, weil sie weniger lernen und weniger ehrgeizig sind. Ursache dafür scheint unter anderem eine Selbstüberschätzung und frühe Unzufriedenheit in der Schule aufgrund traditioneller Männlichkeitsbilder zu sein. Mädchen sind lernfleißiger, auch da sie oft verunsichert in ihrem Können sind (Nüberlin 2009). Sowohl Mädchen also auch Jungen werden im Schulsystem benachteiligt, wenn ihnen kein reflektiertes Rollenbild angeboten wird (Stichwort: „heimlicher Lehrplan“) und sie nicht auf die Anforderungen einer modernen gleichberechtigten Gesellschaft vorbereitet werden.
2. Der Anteil von Männern unter den Lehrern ist zu erhöhen. Dazu muss sowohl das Prestige wie auch das Einkommen von Lehrern aufgewertet werden und der Beruf  ausschließlich in Vollzeit ausgeübt werden können.  Heike Diefenbach, Frankfurter Rundschau, 30.07.2003
Unsere These:
Jungs sind nicht schlechter in der Schule weil sie von Frauen unterrichtet werden. (siehe vorangehender Punkt). Aus der falschen Problemanalyse folgt eine falsche Strategie, d. h. die verstärkte Einstellung von männlichen Lehrkräften löst das Problem nicht automatisch. Nach der Untersuchung von Pfeiffer und Baier finden Viertklässler sogar ihre Lehrerinnen besser als ihre Lehrer. (http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/lehrerbeurteilungpfeiffer.pdf)
Es reicht nicht aus, den Jungen Männer zur Verfügung zu stellen. Jungen brauchen für ihre Identitätsentwicklung männliche Vorbilder, die alternativ zu traditionellen Männlichkeitsbildern ein erweitertes männliches Rollenverständnis unterstützen und vorleben. Dies befähigt Jungen sich frei zu entwickeln und gleichberechtigte Beziehungen zu Mädchen und Frauen zu leben.
Es ist ein typisches Beispiel für die Geschlechterhierarchie in unserer Gesellschaft, dass eine Aufwertung des Lehrberufes an Grundschulen, den  hauptsächlich Frauen ausüben, erst dann angestrebt wird, wenn Männer dafür gewonnen werden sollen. Zudem wird mit dieser Aussage die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung – Männer sind wichtige Hauptverdiener und Frauen sorgen für Kinder – verfestigt.
3. Jungen sind gesellschaftlich stärker benachteiligt, weil sie schlechtere Schulabschlüsse haben.
Unsere These:
Obwohl Jungen schlechtere Schulabschlüsse haben, sind ihre beruflichen Chancen und Einkommensmöglichkeiten besser als die von Mädchen. Männer verdienen um 1⁄4 mehr und haben überwiegend Vollzeitstellen in gut bezahlten Berufen und somit auch einen einfacheren Zugang zu höheren hierarchischen Positionen. Deshalb ist in diesem Zusammenhang nicht von Benachteiligung sondern eher von Privilegierung zu sprechen.
4. Jungen sind inzwischen mehr benachteiligt als Mädchen, da sich Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und Schule nur noch oder mehr an Mädchen orientieren.
Deshalb muss sich mehr um die Jungs gekümmert werden, denn Mädchen haben in allen Bereichen aufgeholt.
Unsere These:
Erfreulicherweise hat sich die Dominanz der völligen Jungenorientierung in weiten Teilen der Jugendhilfe abgeschwächt. Es haben sich zahlreiche Ansätze mädchen- und geschlechtergerechter Pädagogik entwickelt. Bedauerlich ist, dass dem Fachpersonal zu wenig wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgversprechende genderorientierte Arbeit mit den Jungen zur Verfügung stehen. Auch ist das Fachpersonal oft nicht entsprechend in geschlechtsdifferenzierter Pädagogik geschult. Patriarchatskritische Konzepte für Jungenarbeit und Jungenpädagogik für verschiedene Felder der Jugendhilfe fehlen weitgehend. Diese müssten nicht in Extraeinrichtungen eingeführt – sondern nur in bestehenden Einrichtungen umgesetzt werden.
5. Jungen sind aggressiver und gewalttätiger, weil es ihnen an männlichen Identifikationsfiguren fehlt und sie vor allem von  Frauen betreut werden.
Unsere These:
Bedeutenden Einfluss auf ein aggressives und gewalttätiges Verhalten von Jungen hat das hegemoniale Männlichkeitsbild.  „Gewalt als Konfliktlösungsstrategie, Konkurrenzorientierung und ein starkes Hierarchiedenken sind die Basis dieses Rollenbildes.“  (Konferenzbericht „Junge, welche Rolle spielst Du? Männlichkeitsbilder im Wandel“, Friedrich Ebert Stiftung, 16.06.2009)
Das Erklärungsmodell der hegemonialen Männlichkeit wird in der vorherrschenden  Debatte nicht berücksichtigt. Robert (Raewyn) Conell geht in seinem Konzept der „hegemonialen Männlichkeit“ davon aus, dass sich traditionelle Männlichkeit immer über einen Überlegenheitsanspruch (Hegemonialer Anspruch) definiert. Diese traditionelle Art von Männlichsein konstituiert sich über die Abwertung von Weiblichkeiten und Dominanz über Frauen und durch Gewalt und Ausgrenzung von schwächeren Männlichkeiten. Auch wenn die geschlechtlichen Identifikationsprozesse bei Jungen individuell unterschiedlich verlaufen, müssen sich alle Jungen mit den gesellschaftlich hegemonialen Bildern von Männlichkeit auseinandersetzen und sich dazu positionieren. (vgl. Michael Cremers, Bildungsnetz Berlin, Juni 2009)
Jungen sind aggressiver und gewalttätiger, weil sie mediale und lebende männliche Vorbilder haben, die Aggressivität und Gewalttätigkeit als männliche Eigenschaft vermitteln.
6. Jungen dürfen nicht mehr richtige Männer sein. Sie sind benachteiligt, weil ihnen die Ausübung ihres natürlich männlichen Verhaltens verwehrt wird. (z. B. Körperlicher Bewegungsdrang, machtvoll überlegenes Auftreten, männliche Selbstbehauptung,Raum einnehmen, männliche Aggressivität).
Empfohlene Strategie: Lasst sie Männer sein!
Unsere These:
Biologistische Erklärungsansätze, die Jungen einen Freiraum für Aggressivitätsübungen und Raumeinnahmeverhalten einräumen wollen, sind prognostizierte „Abwehrreaktion auf das nahende Ende des Patriarchats“. Bewegungsdrang und Erfahrungen in Selbstwirksamkeit und Selbstbehauptung sind sowohl Jungen wie Mädchen zu ermöglichen und werden auch von Kindern geschlechtsunabhängig eingefordert. Die geschlechtsabhängige „Erlaubnis“ dazu ist entgegen dem egalitären Geschlechterverhältnis.
2. Auswirkungen
1. Diese Behauptungen stehen einer sachlichen Auseinandersetzung und weitergehenden Analyse zu den Ursachen der schlechteren Schulabschlüsse und Schulnoten von Jungen im Wege.
2. Die Benachteiligungen von Mädchen in der Schule und auch in anderen Bereichen der Jugendhilfe und Gesellschaft werden durch diese Behauptungen verdeckt.
Benachteiligungen von Mädchen in der Schule können z. B. sein: Ein „heimlicher Lehrplan“, durch den Rollenstereotype verstärkt werden; ungehinderte Interaktionen zwischen Mädchen und Jungen in den traditionellen Geschlechterinszenierungen von Dominanz und Nachrangigkeit/Unterordnung; Mädchen beziehen weniger Selbstwert aufgrund ihrer Fähigkeiten.
3. Es wird die Tendenz gefördert, die schlechten Schulleistungen von Jungen den Lehrerinnen und damit den Frauen“ in die Schuhe zu schieben“. Erziehungsleistungen und –fähigkeiten von Pädagoginnen, die sich um die Erziehung von Jungen kümmern, werden dadurch abgewertet.
4. Formulieren Fachfrauen mädchenpolitische und mädchengerechte Bedarfe, werden diese häufig in Frage gestellt mit  Behauptungen, wie: „Die Mädchen haben die Jungs längst überholt“ oder „Die haben es nicht mehr nötig“. Damit wird die Notwendigkeit von mädchenspezifischen Ansätzen abgewiesen und es entsteht ein erhöhter Legitimationsdruck für die Mädchenarbeit.
5. Die durch diese Debatten „verdeckte“ Benachteiligung bzw. hohe Anstrengung der Mädchen wird gesellschaftlich und durch sie selbst ausgeblendet. Dies kann dazu führen, dass Mädchen ein Scheitern oder ein “Sich-überfordert-fühlen” auf sich selbst zurückführen und dies dann nicht mehr ansprechen. Sogenannte „Backlash“-Tendenzen zweifeln die Errungenschaften der Gleichberechtigung an und betonen eine Benachteiligung von Männern in  polemischer und Frauen diskriminierender Weise (Focus 09/2009).
6. Männliche Fachkräfte werden aufgefordert, sich mit Jungen und Jungenarbeit zu befassen und Frauen sind zwangsläufig daran interessiert, da sie überwiegend mit Jungen arbeiten. Die Einsicht in die Notwendigkeit und somit auch die Nachfrage nach grundlegender Qualifizierung für die Mädchenarbeit ist daher stark rückläufig. Qualifizierungen für die Jungenarbeit haben meist Schwerpunkte in der Gewaltprävention, dies wird den multikomplexen Lebenslagen und Anforderungen an die Jungen nicht gerecht. Die geschlechterreflektierte Koedukation ist noch nicht flächendeckend umgesetzt worden und damit auch nicht das positive Übungsfeld für Geschlechterbeziehungen in der Gleichwertigkeit.
3. Forderungen und Appelle
1. Jungen brauchen eine Jungenarbeit, die die Probleme der Jungen aufgreift und sie in das Hineinwachsen in eine selbstbewusste und vielfältige Männlichkeit – ohne hegemoniale Ansprüche – begleitet. Dazu brauchen sie auch Männer als ein reflektiertes Gegenüber!
2. Es sind wissenschaftliche Untersuchungen nötig, die die Ursachen von schlechteren Schulleistungen oder von Gewalthandlungen von Jungen erforschen – und zwar auch unter Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen Aspekten, wie u. a. des Aspekts der hegemonialen Männlichkeit!
3. Jungen und Mädchen brauchen Unterstützung bei der Bewältigung ihrer geschlechtsbezogenen Probleme. Es muss die Regel und nicht die Ausnahme sein, dass in der Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte geschlechtsdifferenziertes Hintergrundwissen und entsprechende geschlechtsbezogene Handlungskompetenzen erworben werden  können!
4. Genderbudgeting führt zu differenzierter Betrachtung von Bedarfen und der geschlechtergerechten Aufteilung von Ressourcen.
5. Geschlechtergerechte Pädagogik bleibt ein selbstverständliches Querschnittsthema. Die Sicht auf beide Geschlechter – auf ihre spezifischen Lebenslagen und ihre gesellschaftliche Teilhabe – gehört zu den Standardaufgaben in allen Bereichen der Jugendhilfe. Zur Entwicklung von gleichberechtigten Individuen in einer gleichberechtigten Gesellschaft tragen drei Bausteine bei, die untereinander nicht zu ersetzen sind: Jungenarbeit, Mädchenarbeit und geschlechtsreflektierte Koedukation.
6. Es darf keine Benachteiligungskonkurrenz zwischen Mädchen und Jungen geschürt werden! Es muss differenziert betrachtet werden, welche Benachteiligungen aufgrund des Junge- oder Mädchenseins nach wie vor oder neu vorhanden sind.

Und was lerne ich jetzt daraus? Hm. Ich muss mich schon sehr anstrengen, in diesem Schriftsatz auch nur annähernd und im Ansatz jene Offenheit für wiedersprüchliche und ebenso zahlreiche Forschungserbebnisse zu finden, die von Kritikern wie uns durch die oben genannten Appelle  eingefordert wird. Könnte es vielleicht sein, dass hier einfach Angst im Spiel ist, langjährige Sponsoren-Automatismen ggf. in Zukunft verlieren zu können?

Geht es vielleicht nicht erneut nur darum, auf dem “wirklichen und endgültig alleinigen Opferstatus” beharren zu wollen?

Allein einen solch differenzierten Artikel wie den im Fokus 09/2009 als “Backslash-Ideologie” zu bezeichnen, spricht ob der gewählten Quellangaben,  auf die sich die Verfasserinnen in ihren “Thesen” berufen, wahrlich Bände.

Ich musste die ganze Zeit beim Lesen daran denken, wie man unter Jungen auf eine solche Lamentiererei  wohl reagieren würde. Warscheinlich mit einem “Na, heult doch nicht so rum!”

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Bundestags-Vizepräsident Thierse betont Vorbildrolle der Väter

Wolfgang Thierse

Hildesheim (epd).

Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse (SPD), hat dafür plädiert,  die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerade für Männer zu verbessern. Statt das Kindergeld zu erhöhen sollte die Politik mehr in Kindergärten und Schulen investieren, sagte Thierse am Wochenende in Hildesheim.
Der Politiker warnte jedoch davor, dass manche Eltern ihre Kindern überforderten. In seinem Berliner Wahlkreis am Prenzlauer Berg erlebe er, wie Eltern der bürgerlichen Mittelschicht zu ehrgeizig und mit aller Macht das Potenzial der Kinder entfalten wollten.
Thierse gehörte zu dem Podiumsgästen beim zweiten landesweiten Männertag der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. In der Diskussion hob er die Vorbildrolle von Vätern hervor. Er habe von seinem Vater gelernt, sich nicht anzupassen, sagte Thierse. Das habe ihn für sein ganzes Leben geprägt. Sein Vater habe nicht etwas für richtig befunden, nur weil andere es so sahen, sagte der ostdeutsche Politiker, der zu DDR-Zeiten Kritik an der Staats- und Parteiführung geübt und deswegen seinen Beruf verloren hatte.
Kirchen können Thierse zufolge ein Ort sein, an dem Werte und Überzeugungen vorgelebt werden. “Das ist gerade das Spektakuläre der christlichen Botschaft, dass alle die gleiche Würde haben”, sagte der Politiker und katholische Christ. Auch Verlierer, Kranke oder Sterbende würden nicht ausgegrenzt.
Der Göttinger Neurobiologe und Hirnforscher Gerald Hüther ergänzte, dass die Kirchen den Menschen Mut machen könnten. Die Politik sei dazu nicht in der Lage. Ein Heranwachsender benötige einen im christlichen Verständnis “liebenden Vater”, sagte Hüther. Dieser müsse dem Sohn vorleben, dass man sich nicht auf Kosten anderer stark machen dürfe.
Der Landessuperintendent des Sprengels Hildesheim-Göttingen, Eckhard Gorka, berichtete von seinem Großvater, der ihn geprägt habe. “In der Rückschau werden all diejenigen zu Vorbildern, die uns hilfreich zur Seite gestanden haben”, sagte Gorka. Dennoch müsse der Mensch nicht überhöhten Idealen nachfolgen, sondern Fehler und Ängste akzeptieren.
Der Berliner Politikwissenschaftler Peter Döge hob hervor, dass auch Jesus Christus oder Martin Luther Vorbilder für die Jugend seien könnten: “Beide waren starke Männer.” Luther sei zum Beispiel ein guter Vater gewesen und habe mit Katharina von Bora eine nach damaligen Verhältnissen gleichberechtigte Beziehung geführt. Auch heute müssten sich die Männer vielmehr als Familienväter definieren und Angebote wie die Elternzeit nutzen. Internet: www.evlka.de (3022/13.6.10)

Jetzt wird deutlich, dass es vielleicht auch in der SPD ein Umdenken geben muss. Immerhin war diese Partei so vermessen, in einem Grundsatzprogramm alles Männliche zu verdammen. Es wird schwer, solche Positionen zu halten, wenn ein derart prominentes Mitglied der Partei solche ganz und gar gender-mainstream-kritischen Töne von sich gibt.

Danke an AGENS für den Link.

Zum Kotzen! Wie die BZGA über Alkohol “aufklärt”.

Wenn man sich hier hin verirrt, so glaubt man sich zuerst auf einer seriösen Seite wiederzufinden. Schließlich ist diese Seite von der BZGA geschaltet worden. Diese “Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung” wird – wie der Name schon sagt, vom Bund finanziert. Die Plakataktionen sind also ebenfalls aus Steuermitteln bezahlt worden. In einer solchen Bundszentrale werden viele Personen in leitenden und ausführenden Positionen sitzen, die den psychosozialen Berufsfeldern entstammen. In solchen Berufen arbeiten größtenteils Frauen – und das an sich ist nicht schlimm. Schlimm ist nur, wenn mit öffentlichen Geldern eine Bevölkerungsgruppe aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit als Hauptzielgruppe für Komasaufen stigmatisiert wird, die zudem abgeschlagen auf dem zweiten Platz rangiert. Im Komasaufen liegen schließlich seit 2007 die Mädels vorn.

Das scheint die Fachleute in der BZGA jedoch nicht zu stören. Lieber diskriminieren sie Jungen in jedweder Hinsicht und scheinen auch noch zu glauben, dass eine solche Kampagne abschreckt – also Süchtige oder Suchtgefährdete von ihrem bereits zwanghaften Tun abbringt.

Es gibt insgesamt drei Plakate, die allesamt hauptsächlich auf Jungen als Komasäufer abzielen, sie bloßstellen und zudem als hinterhältig brandmarken.

Entweder die Jungen besaufen sich bis zur Besinnungslosigkeit oder aber sie stellen Videos von trinkenden Mädchen heimlich und hinterhältig ins Netz – womit wieder einmal das althergebrachte Kalkül “aufgegleist” wird, mit dem  eben Mädchen selbst als Komasäuferinnen nur Opfer von den “bösen, bösen Jungen” sind.

Diese Plakataktion ist in mehrfacher Hinsicht ein Armutszeugnis: Sie verachtet Jungen und junge Männer, sie setzt an der falschen Zielgruppe an und sie ignoriert die längst erwiesenen Ergebnisse von Wirkungsforschungen, die belegen, dass durch Niedermachen oder Verhöhnen niemand von einem selbstschädigenden Verhalten ablässt.

So viele Fehler in einer einzigen Kampagne lässt nunmehr eine böse Vermutung in mir aufkeimen. Vielleicht haben die Verantwortlichen (und – lichinnen) bei der Konzeptionierung selbst zu tief ins  Glas geschaut…

Na denn Prost!

Hier sind die Machwerke zum Anschauen und ganz schnell wegwerfen: BZgA_Kampagnenplakat_Kenn_dein_Limit_Motiv_Club, BZgA_Kampagnenplakat_Kenn_dein_Limit_Motiv_WG, BZgA_Kampagnenplakat_Kenn_dein_Limit_Motiv_Outdoor

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Familientherapeut Jesper Juul über “die Eltern”

ZEITmagazin: Ist nicht ein neuer Vatertyp entstanden, der eben so nicht mehr denkt und redet?

Juul: Das stimmt. Es gibt jetzt zum ersten Mal Väter, die sich selbst definieren, aber sie haben keine oder wenige Vorbilder. Lange gab es die abwesenden Väter, dann kamen die Väter, die schlechte Kopien ihrer Frauen waren, was auch nicht geht, besonders für die Jungen nicht. Es wird dauern, bis sich der neue Vater entwickelt hat, besonders in Deutschland. Wenn ich mit einer Gruppe in Skandinavien arbeite, dann stellen die Frauen sich so vor: Ich bin Sabine, wir haben drei Kinder. In Deutschland und Österreich sagen sie: Ich habe drei Kinder. Eine Form von Resignation.

ZEITmagazin: Ihre Beschreibung trifft vermutlich eher auf das Land zu als auf die Stadt – es hat sich in Deutschland schon einiges verändert in den letzten Jahren. Der Ehrgeiz der Politik richtet sich ja gerade darauf, Müttern ein Berufsleben zu ermöglichen – was bedeutet, dass mehr Kinder fremdbetreut werden. Was ist daran so schlimm, ein Kind in die Krippe zu geben?

Juul: Dänische Forschungen haben ergeben, dass es bis zum Alter von zwei Jahren tatsächlich bei 15 bis 20 Prozent der Kinder schädlich für das Gehirn ist – der Stress der Trennungsangst greift es an. Ich würde das, wenn ich Vater eines kleinen Kindes wäre, nicht riskieren, es sei denn, ich wüsste sicher, dass mein Kind keine Probleme mit Beziehungen zu Erwachsenen und anderen Kindern hat, dass es sich wohlfühlt und fest auf seinen Beinen steht. Mit meinem Enkel, der ein sehr selbstbewusster Junge ist, haben wir das gemacht. Er war im Alter von eins bis drei bei einer Tagesmutter, und es ist sehr gut gegangen. Aber ich frage mich, woher es kommt, dass sich die skandinavischen Schulen Anfang, Mitte der neunziger Jahre plötzlich darüber beklagten, dass die Kinder keine soziale Kompetenz mehr hätten, sie könnten nicht ruhig sitzen, sich nicht konzentrieren. Was war passiert? Zehn Jahre zuvor hatte man begonnen, Kinder zunehmend in pädagogische Zwangsveranstaltungen zu stecken. Erzieher und Pädagogen argumentieren, solche Einrichtungen seien gut fürs soziale Lernen. Aber dafür gibt es kaum Beweise.

ZEITmagazin: Es gibt aber doch Kinder, die ganz sicher besser in einer Kita aufgehoben sind als zu Hause, in einem Umfeld von Gewalt, Desinteresse, Alkohol.

Juul: In Deutschland sind es acht bis zehn Prozent, würde ich sagen – die sollten so wenig Zeit wie möglich mit ihren Eltern verbringen, von Geburt an. Grundsätzlich glaube ich aber, dass Kinder am besten die ersten zwei, zweieinhalb Jahre mit einem oder beiden Elternteilen zu Hause verbringen.

ZEITmagazin: Herr Juul, Sie sagen, Strafen seien Machtmissbrauch. Ist es denn ernsthaft möglich, ein Kind zu erziehen, ohne zu strafen?

Juul: Oh ja! Auch Belohnung, die postmoderne Version von Bestrafung, sollte man verbannen.

ZEITmagazin: Was ist so schädlich an Belohnung? Wir haben ja jetzt nun jahrelang gelernt, man solle sein Kind für gute Dinge belohnen, mit Smileys oder Punkten, was auch immer.

Juul: Überlegen Sie doch mal – würde eine Frau ihrem Mann jedes Mal eine Belohnung geben, wenn er etwas richtig macht? Für eine Woche Bekochen gibt es einen Blumenstrauß? Das ist doch keine Nähebeziehung, das ist ein Verhältnis wie zwischen Chef und Mitarbeiter.

ZEITmagazin: Und Loben?

Juul: Lob ist eine Note, eine gute Note. Das heißt, unsere Beziehung ist jetzt nicht mehr gleichwertig, ich bin der Lehrer, und ich kann entscheiden, was der Schüler verdient hat, eine schlechte oder eine gute Note. Das Problem ist: Lob schüttet Lusthormone aus, und danach werden Kinder süchtig. Verstehen Sie mich nicht falsch: Man kann seine Kinder Tag und Nacht loben. Die Frage ist nur: Was passiert dann? Wenn man ein Kind will, das einfach nur funktioniert, ohne nachzudenken, ist Lob eine praktische Sache.

ZEITmagazin: Zwischen dem Wissen, der Überzeugung, was gut ist fürs Kind, und dem, was man dann wirklich tut, klafft oft eine ziemliche Lücke.

Juul: Um sich etwa das dauernde Loben abzugewöhnen, muss man abends überlegen: Wie oft habe ich heute mein Kind gelobt? Was hätte ich stattdessen Persönliches sagen können? Wer sich ein, zwei Wochen lang so hinterfragt, ist weg von dieser automatischen Sprache.

ZEITmagazin: Kaum jemand würde heute behaupten, dass es gut ist, ein Kind zu schlagen. Trotzdem rutscht vielen mal die Hand aus.

Juul: 50, vielleicht 45 Prozent der Eltern mit Kindern über zehn sagen: Ja, ab und zu habe ich das Kind geschlagen. Es gibt immer weniger, die daran glauben, dass Schläge zu einer guten Erziehung gehören. Eltern, die das machen, sind oft einfach unsicher.

Der in Gänze lesenswerte Artikel findet sich hier.

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Jungen sind die großen Verlierer des Schulsystems

Die Jungen drohen zu den Verlierern des Hamburger Bildungssystems zu werden. In vielen Fächern wie Deutsch Kund Englisch haben die Mädchen sie in ihren durchschnittlichen Leistungen längst abgehängt. Sogar in Mathe und Naturwissenschaften, in denen die Jungen traditionell stark sind, haben die Mädchen praktisch gleichgezogen. Dabei schließt sich die Leistungsschere im Laufe der Schulkarriere nicht etwa, sie wird sogar noch größer.

Das belegt die bisher unveröffentlichte Studie Kess 8, die der WELT exklusiv vorliegt. Nach den Jahrgängen 4 und 7 sind jetzt die “Kompetenzen und Einstellungen von Schülerinnen und Schülern” (Kess) des achten Jahrgangs in einer Längsschnittstudie vom Dortmunder Bildungsforscher Wilfried Bos und seinem Team getestet worden. An der Studie nahmen 9628 Schüler von 170 staatlichen und 14 Privatschulen teil.

Zwar zeigt die Untersuchung insgesamt gute Lernfortschritte der Schüler vom Anfang der siebten bis zum Ende der achten Klasse. Allerdings stehen die Jungen dabei sehr viel schlechter da. Beim Leseverständnis, einer zentralen Kompetenz, sind sie von den Mädchen weiter abgehängt worden. Die Differenz hat sich von 17 Punkten am Ende der vierten Klasse auf nunmehr 33 Punkte verdoppelt, das entspricht fast einem Lernjahr.

Jungen sind die großen Verlierer des Schulsystems – Nachrichten welt_print – Vermischtes – Hamburg – WELT ONLINE

Würde eine solche Studie zum umgekehrtem Ergebnis kommen, so würden sofort Programme  für Mädchen in Leben gerufen. Und was passiert beim wirklichen Ergebnis?

Genau das. Es werden weiterhin Millionen für Mädchenförderung ausgegeben – und Jungs dürfen am Boys-Day mal im Kindergarten als Erzieher oder bei Friseur “schnuppern”.

Tradtionelle Logik vefehlter Subventionspolitik!

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Laut Uwe Ochsenknecht sollen Jungen in der Schule “Gefühle lernen”

Was sonst noch warSchauspieler und Musical-Star Uwe Ochsenknecht plädiert für ein Schulfach “Emotionen”. Besonders Jungen müssten lernen, Gefühle zu zeigen und mit ihnen umzugehen, sagte der 54-Jährige. In seiner Kindheit seien Gefühle nicht angesagt gewesen, erklärte Ochsenknecht: “Mein Vater war sehr verschlossen und konnte Emotionen nicht wirklich zeigen.” Der vierfache Vater gestand aber, viel emotionaler zu sein, “als mein Vater das sein konnte. Mit meinen Kindern bin ich immer so umgegangen wie heute: Wir umarmen uns, und wir knutschen uns”.

hier gefunden…

Eigentlich keine schlechte Idee, ein Schulfach “Emotionen” einzuführen. Doch Ochsenknecht erzählt “feminismustreuen” Unsinn.
Jungen und Männer haben Gefühle und äussern sie. Wenn auch nicht so, wie es irgendwelche LehrerInnen oder  TherapeutInnen es verstehen wollen. Denn alles – also wirklich jedes Angebot  im normalen psychosozialen Bereich -  ist auf Frauen und Mädchen zugeschnitten- und nicht mehr und nicht weniger haben alle Therapeutinnen und Therpeuten gelernt. Selbst Freud hat fast nur mit Frauen gearbeitet.

Wenn nun Jungen ihre Gefühle äußern, die so eben nicht ins gelernte Schema passen, so sollen sie angeblich umlernen, ihre Gefühle also endlich anders äußern. Das ist einfach nur Quatsch!  Kein Wunder also, dass kaum Männer oder Jungen freiwillig zum “Psychoklempner” gehen. Der Psycho-Sektor könnte also hinzulernen…

Doch im Psycho-Sektor gehts ungefähr so zu, wie in folgendem Vergleich:

Nehmen wir an, ein Unternehmen produziert ein Produkt, das für eine Hälfte aller Kunden völlig unbrauchbar ist. Dieses Unternehmen würde normalerweise sehr schnell vom Markt verschwinden oder aber sich auf alle Kunden spezialisieren. Nicht aber der Psychosektor. Hier verlangen die Angstellten aus dem Unternehmen (das natürlich staatlich bezahlt wird) von den männlichen Kunden, sich mit dem unbrauchbaren Produkt, das sie anbieten,  nicht nur zufrieden zu geben, sondern nun endlich zu lernen, damit auch klarzukommen. Und wenn sie es dann nicht wollen, oder es nicht “schaffen”, dann ist nicht etwa das “Produkt” verkehrt, sondern natürlich der Kunde – also in dem Fall Männer und Jungen.

Eine solche Einstellung der meisten Profis im psychosozialen Bereich ist nicht nur verkehrt- sondern geradezu verrückt. Sie grenzt an Größenwahn.

Ich plädiere wirklich für ein Schulfach Emotionen, in denen Jungen und Mädchen, Lehrerinnen und Lehrer lernen, dass Gefühle nun mal UNTERSCHIEDLICH von männlichen und weiblichen Menschen ausgedrückt werden. Zudem sollte vor allem den Frauen das Recht abgesprochen werden, die Definitionsmacht darüber zu haben, wie Gefühle “richtig” ausgelebt oder ausgedrückt werden.

Und dann wäre da noch folgender Auftrag: Die Mädchen und Frauen könnten erstmal lernen, damit klar zu kommen, dass Jungen und Männer z.B. eben auch leiden. Solche Äußerungen von männlichen Gefühlen führen nämlich in der Regel dazu, dass die Betreffenden von den Mädchen verhöhnt oder belächelt werden. Eigentlich klar, weil natürlich sonst die Mädels ihre “Beschützer” verlieren würden und ihr alleiniges Recht auf den “Opferstatus”.

Festzuhalten bleibt, es ist noch viel zu tun! Jungenarbeit muss gemacht werden, die männliche Gefühlsäußerungen so lässt, wie sie sind. Doch nicht nach der Methode “Ochsenknecht”… (Der Name ist hier wohl echt Programm).

Update your life – Berliner Kampagne gegen Internetsucht

Nach Experteneinschätzungen und Umfragen erliegen vor allem Jungen und junge Männer den Reizen der virtuellen Welten. Jeder vierte Junge verbringt danach inzwischen jeden Tag in seiner Freizeit mehr als 4,5 Stunden im Internet. Das ist ein Wert, den Kerstin Jüngling, Leiterin der Fachstelle für Suchtprävention , für sehr bedenklich hält. “Das ist viel Zeit neben Schule, Sport und Freunden”, sagt sie. Das “echte” Leben werde dabei vernachlässigt. Mädchen zieht das Internet deutlich weniger an.Virtuelle Welten sind ohne Zweifel attraktiv. Es gibt rund um die Uhr Musik, Videos, Online-Spiele, Chatrooms und soziale Netzwerke. Wer sich dort einklinkt, kann sich selbst darstellen und Bestätigung erfahren. Widerspruch gibt es seltener als “draußen”. Richtig “echt” sind die vielen Freunde im Internet auch nicht. Man kennt sich oft nur so vom Tippen.Vermiesen wollen die Macher der Kampagne das Internet nicht. “Es geht darum, dass Menschen sich nicht von dem neuen Medium vereinnahmen lassen”, sagte Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) am Mittwoch. Bei vielen Eltern sei die Unsicherheit hoch, ob die Computernutzung ihrer Kinder noch normal ist – oder bedenklich. Bei 3 bis 13 Prozent der Deutschen vermuten Experten inzwischen eine Internet-Sucht, die krank machen kann.

heise online – Update your life – Berliner Kampagne gegen Internetsucht

Auch heise.de spricht vom “erhobenen Zeigefinger” der Kampagne. Mich wundert nicht, dass Jungs so viel vor dem Computer oder der Spielekonsole sitzen. Im wahren Leben werden sie benachteiligt, ihrer Kreativität beraubt und als Looser abgestempelt. Im Netz, beim Programmieren und Erstellen von Content sind sie führend. Genau dies wird jetzt gleich mitpathologisiert. Denn welche Internetnutzung genau untersucht wird, geht aus der Darstellung nicht hervor.

Bruno Köhler: Jungs zum Helden machen

Von links Jürgen Griese, Bruno Köhler und Schulleiter Manfred Koschek.

Villingen-Schwenningen (bn). Um die Jungen als Bildungsverlierer drehte sich der Vortragsabend des Gesamtelternbeirates (GEB) in der Aula der Deutenbergschulen vor rund 120 Zuhörern.Das einstige Bildungsgefälle zu Ungunsten der Mädchen hat sich ins Gegenteil umgekehrt. Von der Nachkriegszeit bis Mitte der 1980er-Jahre waren es die Mädchen, die der Förderung bedurften und sie auch erhielten – mit Erfolg.Die von GEB-Vorstandsmitglied Jürgen Griese vorgestellte Bundesstudie zeigt, dass Jungen heute die schlechteren Noten, die wenigsten Übergänge ins Gymnasium, die meisten Schulabbrüche vorweisen und sich ihre Bildungsmisserfolge bis in die Berufswelt hineinziehen.Bruno Köhler, Vorstandsmitglied von »Manndat – geschlechter-spezifische Initiative« mit Sitz in Hamburg hat dafür eine entscheidende Ursache ausgemacht: Jungen lesen schlechter. Leseförderung und Unterrichtsmaterialen sprechen ihre Interessen nicht an und gehen an ihrer Lebenswirklichkeit vorbei, behauptet Köhler. »Wer Jungen zum Lesen bringen möchte, muss sie zu Helden machen«, sagt er.Der Vergleich der beiden Schulstudien IGLU (Internationale Grundschul-Leseuntersuchung) und PISA macht es deutlich: bei IGLU wird die Lesekompetenz von zehn-, bei PISA von 15-jährigen Schüler unter die Lupe genommen. Die geschlechterspezifischen Unterschiede sind im ersten Fall noch gering, im zweiten hoch – zu Ungunsten der Jungen. Köhler schlägt für den Schulalltag das Angebot unterschiedlicher Texte vor.Jungen interessieren sich für Abenteuer und Sport, Mädchen für Musik und Tiere. Für die Leseförderung von Jungen zu Hause schlägt der Experte vor, Erlebtes in Buchform anzubieten, Buchgeschenke mit einem passenden Spielzeug zu kombinieren, die Bibliotheken zu nutzen, zu Hause eine »Schmökerecke« und Vorleserituale einzurichten. So werden die Förderung von Wortschatz und Sprachrhythmik mit einem »angenehmen Gefühl« verknüpft.Den Schulen empfahl er, nach Textbearbeitungen per Fragebogen das geschlechterspezifische Interesse am Thema zu ermitteln, Vorleseaktionen und verstärkt Sachbuchvorstellungen einzuführen, in Mathematik einmal auf Basis von Fußballtabellen zu arbeiten und dem Bewegungsdrang gerade der männlichen Schüler Raum zu geben.

Nachrichtenticker VS: Köhler: Jungs zum Helden machen // schwarzwaelder-bote.de

Ein guter Artikel von den eifrigsten Jungenförderern von MANNDAT.